In Muolen fehlt es an Lebensrettern

Letzten Mittwoch fand in Muolen die traditionelle Blutspendeaktion des örtlichen Samaritervereins statt. Obwohl sich jeder der Bedeutsamkeit von Blut bewusst ist, sind die Spenderzahlen rückläufig.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Zwei Frauen des Samaritervereins Muolen bereiten einen Spendewilligen auf die Blutentnahme vor. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Zwei Frauen des Samaritervereins Muolen bereiten einen Spendewilligen auf die Blutentnahme vor. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

MUOLEN. Blutdruckmessgeräte, Verbandstoff, Fragebogen und 14 Liegeplätze: Der Adlersaal ist an diesem Mittwochabend zu einem kleinen Blutspendezentrum umfunktioniert worden. Der Samariterverein Muolen hat in Zusammenarbeit mit dem Blutspendezentrum St. Gallen die traditionelle Blutspendeaktion durchgeführt.

Die 29. Blutspende

«Das Blutspenden bietet eine gute Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen», erzählt eine 58jährige Frau, der 450 Milliliter Blut entnommen wird. Die routinierte Blutspenderin, die heute bereits zum 29. Mal spendet, kennt sich mit dem Prozedere aus. Angst vor der Nadel habe sie keine – die Blutentnahme bereite ihr keine Probleme. Es tue nicht weh, und sie erfahre auch hinterher gar keine Einschränkungen. Sie achte aber darauf, am Tag der Spende viel zu trinken.

Vor der Blutspende wird die Spendetauglichkeit vom anwesenden medizinischen Team sorgfältig abgeklärt. Nicht nur Puls, Blutdruck und Hämoglobin (Blutfarbstoffwert) werden kontrolliert. Vor jeder Spende muss zudem ein ausführlicher Fragebogen ausgefüllt werden. Diese Massnahmen sind zum Schutz von Spender und Empfänger.

«Blut spenden können grundsätzlich alle gesunden Menschen», erklärt Barbara Liechti, Präsidentin des Samaritervereins Muolen. Doch die strengen Vorschriften schrecken oftmals ab. «Die Spendebereitschaft ist in unserer Bevölkerung leider rückläufig», bedauert Liechti.

Wer in ferne Länder reise und sich exotischen Krankheiten aussetze, dürfe nach der Rückkehr möglicherweise vorübergehend kein Blut spenden. Konkret bedeutet dies je nach Land und Risikosituation den Ausschluss von der Blutspende für eine bestimmte Dauer. Auch wer innerhalb der vergangenen 72 Stunden beim Zahnarzt war, sei nicht zur Spende zugelassen.

Im Sommer häufiger gefragt

71 Spenderinnen und Spender sind an diesem Abend erschienen, davon drei Erstspender. Sämtliches Blut wird anschliessend vom Blutspendezentrum St. Gallen untersucht, aufbereitet und nach erfolgreicher Prüfung für lebensrettende Massnahmen verwendet.

In der Sommer- und Ferienzeit werde erfahrungsgemäss mehr Blut gebraucht als sonst. Dann seien häufiger Motorradfahrer und andere Sportler unterwegs, die sich auch öfter verletzen. «Es ist deshalb besonders wichtig, möglichst viele freiwillige Spender zu finden», betont Barbara Liechti. «Jede einzelne Blutspende ist von Bedeutung, denn sie rettet Leben.»

Die nächste Blutspendeaktion in Muolen findet am Mittwoch, 12. Oktober, im Adlersaal statt.

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