In einem Jahr bezugsbereit

Nur vier Monate nach dem Spatenstich nimmt die «Thur-Residenz» in Kradolf zunehmend Gestalt an. Das Dienstleistungsangebot in der Überbauung, wo betreutes Wohnen möglich sein wird, erfährt eine weitere Bereicherung.

Georg Stelzner
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Die Bauarbeiten auf Parzelle 276 schreiten planmässig voran; bereits im nächsten Monat soll Aufrichte gefeiert werden. (Bild: Manuel Nagel)

Die Bauarbeiten auf Parzelle 276 schreiten planmässig voran; bereits im nächsten Monat soll Aufrichte gefeiert werden. (Bild: Manuel Nagel)

KRADOLF. «Nein, ein Wagnis war es nicht, das Bauvorhaben hier zu realisieren, denn ich habe gespürt, dass auch die Gemeinde Kradolf-Schönenberg grosses Interesse an diesem Projekt hat», betont Erich Nagel. Der verantwortliche Architekt, Richard Entenmann, pflichtet dem Gossauer Unternehmer, der rund 8,5 Mio. Franken in die Errichtung der «Thur-Residenz» investiert, bei: «Wir haben die Bedürfnisse vor Ort seriös abgeklärt und den zentral gelegenen Standort als ideal eingeschätzt.

» Die Voraussetzungen sind nach den Worten Entenmanns in Kradolf deshalb so günstig, weil hier die Nahversorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs ebenso gewährleistet sei wie ein direkter Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel.

Kein Heimcharakter

Mit der «Thur-Residenz», die auf der 4000 m² grossen Parzelle 276 in unmittelbarer Nachbarschaft des Kradolfer Bahnhofs entsteht, wird in der Region eine Angebotslücke geschlossen.

Die Überbauung ist primär für ältere Menschen gedacht, die weiterhin ein eigenständiges Leben führen, bei Bedarf aber ohne grosse Umtriebe auch diverse Betreuungsangebote in Anspruch nehmen wollen. Durch die Integration einer Cafeteria werden zudem die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die «Thur-Residenz» einmal die Funktion einer kommunalen Begegnungsstätte wird übernehmen können.

Nach wie vor angestrebt wird nämlich ein Generationenmix – auch dadurch wird sich die «Thur-Residenz» von Altersheimen unterscheiden.

Auch mit Zahnarzt-Praxis

Gemäss Konzept werden die Bewohner nicht nur vom Spitex-Stützpunkt im Haus, sondern auch von einem Fitnessraum mit Sauna sowie weiteren Dienstleistungen im Bereich der persönlichen Pflege profitieren können. Doch damit nicht genug. «Neu hinzu kommt jetzt noch eine Zahnarzt-Praxis», berichtet Nagel.

«Ich erhielt eine entsprechende Anfrage aus Kradolf, und der Architekt hat diese kurzfristige Modifikation des Projekts möglich gemacht.» Das Wohnungsangebot reduziere sich dadurch allerdings geringfügig, und zwar von 29 auf 27 Einheiten.

Auch wenn der Bauherr aufgrund der vorgängigen Bedürfnisabklärung von Anfang an zuversichtlich gestimmt war, so ist er jetzt über das grosse Interesse an den Mietwohnungen doch einigermassen überrascht.

«Die Hälfte war bereits vergeben, bevor wir unseren Prospekt in Umlauf gebracht haben», freut sich Nagel, der diesen Umstand auch auf die Rückendeckung durch den Gemeinderat zurückführt. Im Dorf werde über das Projekt geredet und zwar in positivem Sinn.

Rohbau vor Vollendung

Laut Architekt Entenmann sind die Bauarbeiten bisher unfallfrei und – trotz einer zweiwöchigen Sommerpause – termingerecht verlaufen.

Er geht davon aus, dass der Rohbau bis Ende Oktober fertiggestellt sein wird, so dass man sich in den Wintermonaten ganz dem Innenausbau widmen könnte. «Für die Errichtung eines Stockwerks braucht die Baufirma zwei bis zweieinhalb Wochen», erklärt Entenmann. Derzeit fehlen noch eine Etage sowie das Attikageschoss. Die ersten Bewohner sollen im Sommer nächsten Jahres einziehen können.

Erich Nagel war es ein Anliegen, möglichst viele Aufträge an Firmen aus der Gemeinde oder der Region zu vergeben. Auch das ist ihm gelungen. «Der Anteil liegt bei über 50 Prozent», versichert der St. Galler Unternehmer.

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