In der Kantihalle flogen Fasern

ROMANSHORN. In der Turnhalle der Kanti Romanshorn hatten sich von Wänden und Decken lungengängige Fasern gelöst. Die schadhaften Stellen wurden verleimt, so dass keine Gefahr für die Gesundheit besteht. Trotzdem wird die Halle saniert.

Michèle Vaterlaus
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Eine Klasse mit Kantischülerinnen beim Sportunterricht in der Turnhalle: Die lungengängigen Fasern sind derzeit keine Gefahr für die Gesundheit. (Bild: Helio Hickl)

Eine Klasse mit Kantischülerinnen beim Sportunterricht in der Turnhalle: Die lungengängigen Fasern sind derzeit keine Gefahr für die Gesundheit. (Bild: Helio Hickl)

ROMANSHORN. «Das Problem kennen wir schon länger», sagt Andreas Kern, beim kantonalen Hochbauamt zuständig für die Bildungsbauten. In der Turnhalle der Kanti Romanshorn lösten sich vom Abdeckvlies der Akustikverkleidungen lungengängie Fasern. Diese Fasern stammen von der Mineralwolle, welche als Schall- und Wärmedämmung eingesetzt wird, und können unter Umständen krebsfördernd wirken. «Die Meinungen der Fachleute gehen aber auseinander», sagt Kern.

In der Kanti-Turnhalle wurden im Frühling 2011 Messungen durchgeführt, um die Faserbelastung in der Luft festzustellen. «Die Belastung war in der Turnhalle über der zulässigen Grenze», sagt Kern. Deshalb wurden im Bereich der Galerie Teile der Akustikverkleidung demontiert.

Mit Leim fixiert

Bei der Kontrollmessung im Sommer sei der Wert aber wieder etwas über der zulässigen Grenze gewesen. «Deshalb haben wir die gesamten Akustikverkleidungen in jenem Sommer mit einem speziellen Leim besprüht.» Damit wurden die Fasern fixiert. «Es besteht daher keine Gefahr für die Gesundheit.» Das habe auch eine kürzlich durchgeführte Kontrollmessung gezeigt. Aber: «Das ist natürlich keine Lösung, die ewig hält.» Deshalb soll die Dreifachturnhalle der Kanti für zwei Millionen Franken saniert werden. Die Planung dafür hat der Kanton Thurgau im Kostenvoranschlag 2014 aufgeführt. Die Akustikverkleidung wird ersetzt. In diesem Zusammenhang soll eine energietechnische Verbesserung erzielt werden. Der Bodenbelag wird erneuert, die Lüftungsanlage, die Beleuchtung und Turngeräte werden ersetzt. Nun wird ein Projekt mit einem detaillierten Kostenvoranschlag ausgearbeitet. Die Ausführung ist im Finanzplan 2016/2017 aufgenommen, wie im Voranschlag des Kantons steht.

Kein Vergleich mit Asbest

Die gesundheitlichen Risiken durch die lungengängigen Fasern seien nicht vergleichbar mit jenen von Asbest, wie Kern ausführt. Zudem sei dieses Problem lediglich ein Thema bei dem Dämmstoff der Generation bis etwa ins Jahr 1995. Die Turnhalle der Kanti wurde im Jahr 1988 gebaut. Die seit 1995 hergestellte Mineralwolle habe diese Problematik nicht mehr, sagt Kern weiter. Was jedoch bei der Sanierung der Turnhalle sinnvollerweise für Material eingesetzt wird, sei erst nach Vorliegen der optimierten Gesamtsanierung bekannt.

Nicht zum ersten Mal

Das Problem mit lungengängigen Fasern hatte die Kanti Romanshorn übrigens bereits in der Aula. «Dort haben wir die Akustikverkleidung komplett ausgewechselt», sagt Kern und fügt an: «Diese Mineralwolle wurde und wird oft verwendet, es gibt sie fast in jedem Haus.»

Andreas Kern Leiter Bildungsbauten beim kantonalen Hochbauamt (Bild: Nana do Carmo)

Andreas Kern Leiter Bildungsbauten beim kantonalen Hochbauamt (Bild: Nana do Carmo)