In den neuen Dorfkern

Die Gemeindeverwaltung möchte in die geplante Zentrumsüberbauung zügeln – ins Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Der Gemeinderat legt einen Baukredit von 2,3 Millionen Franken vor.

Nicole D'orazio
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Die Güttinger hängen nicht besonders an der alten Turnhalle. Sie wird abgerissen, nicht umgebaut. Das haben sie an der letzten Gemeindeversammlung im Juni beschlossen. Der Projektierungskredit, um die Gemeindeverwaltung samt Werkhof in die umgebaute Turnhalle zu zügeln, hatte damals bei den Stimmbürgern keine Chance. Am 27. November stimmen die Güttinger bereits über ein neues Projekt ab. Für 2,3 Millionen Franken soll die Gemeindeverwaltung dennoch in die neue Zentrumsüberbauung auf dem alten Schulgelände zügeln. Diesmal aber in ein Mehrfamilienhaus, das am Standort der Turnhalle erstellt wird.

«Ich finde es eine sehr gute und die nachhaltigste Lösung», sagt Gemeindepräsident Urs Rutishauser. «Die Verwaltung würde im Erdgeschoss unterkommen, mit einem Archiv im Untergeschoss.» Auf den 310 Quadratmetern sind acht Einzelbüros, drei offene Arbeitsplätze, ein Eingangsfoyer mit zwei Schaltern sowie ein Besprechungsraum für mindestens 16 Personen vorgesehen. Letzterer hat einen separaten Eingang. «Das Erdgeschoss könnte auch einfach umgenutzt werden, sollte es die Verwaltung eines Tages nicht mehr brauchen.»

Gemeinde hat das Vorkaufsrecht

In den zwei oberen Etagen gibt es Eigentumswohnungen, die Gemeinde hätte für diese das Vorkaufsrecht. «Ob wir dieses wahrnehmen, wird aber nicht an dieser Versammlung entschieden», sagt Rutishauser. Er könnte sich dort beispielsweise eine Kindertagesstätte vorstellen. «Das neue Projekt konnte relativ schnell vorgelegt werden, weil das Mehrfamilienhaus im gleichen Stil wie die anderen Gebäude der Überbauung geplant wurde.» Also mit Giebeldach und einer hellen Holzfassade.

Lehnen die Stimmbürger den Baukredit von 2,3 Millionen Franken ab, sei die Zentrumsüberbauung als neuer Standort für die Gemeindeverwaltung endgültig gestorben, sagt Rutishauser. «Dann müssten wir das alte Gemeindehaus umbauen.» Um den dringend benötigten zusätzlichen Platz zu erhalten, müsste ein Anbau erstellt werden. Zudem muss das ganze Gebäude saniert werden, es entspricht den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Es hat beispielsweise keinen Schalter, und die oberen Etagen sind nicht behindertengerecht. «Eine Sanierung würde uns rund 950 000 Franken kosten», sagt Rutishauser. Zügelt die Verwaltung, könnte die aktuelle Gemeindeparzelle verkauft werden. Man rechnet mit einem Erlös von rund 1,4 Millionen Franken. «Es wäre auch eine Abgange im Baurecht denkbar, oder die Gemeinde behält das Land als Reserve.»

Morgen Mittwoch, 20 Uhr, findet eine Infoversammlung in der Mehrzweckhalle Rotewis statt.

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