In den besten Jahren

WEINFELDEN. Die Brockenstube des Frauenvereins Weinfelden ist 45 Jahre alt. Dabei präsentiert sie sich so jugendlich wie nie zuvor. Das hat auch mit dem Standort im «Thurgauerhof» zu tun.

Esther Simon
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Blick in die Brockenstube des Gemeinnützigen Frauenvereins Weinfelden im Ladenzentrum des «Thurgauerhofs». (Bild: Andrea Stalder)

Blick in die Brockenstube des Gemeinnützigen Frauenvereins Weinfelden im Ladenzentrum des «Thurgauerhofs». (Bild: Andrea Stalder)

Was wäre Weinfelden ohne die Brockenstube des Gemeinnützigen Frauenvereins? Sicher weniger attraktiv. Die Brockenstube ist Anlaufstelle für Leute, die Spezielles und Alltägliches zu sehr günstigen Preisen suchen – oder die sich mit Stöbern die Zeit vertreiben wollen. Viola Otto, Vorstandsmitglied des Frauenvereins, leitet die Brockenstube seit bald vier Jahren. Mit ihr zusammen arbeiten 34 Frauen ehrenamtlich in der Brockenstube. Meist sind es langjährige Mitarbeiterinnen.

Grosse Schaufenster

Die Brockenstube befindet sich seit etwa vier Jahren in einem Lokal mit grossen Schaufenstern im Ladenzentrum des «Thurgauerhofs» – in der Passage zwischen Marktplatz und Felsenstrasse. Einen solch attraktiven Standort hatte die Brockenstube nicht immer, wenngleich die Frauen jeweils froh waren, wenn ihnen eine Bleibe zur Verfügung gestellt wurde. In den 45 Jahren war die Brockenstube schon in der ehemaligen Schreinerei Büchel an der Bannaustrasse, in der «Rössli»-Scheune – auf dem heutigen Migros-Areal – in der «Trauben»-Scheune und an der Frauenfelderstrasse.

Ein gepflegtes Umfeld

Viola Otto arbeitet gerne am neuen Standort. Sie ist stolz, zusammen mit ihren Frauen all die Töpfe, Bücher, Lampen, Bilder, die sauberen Kleider und Stoffe sowie die Bastelsachen in einem gepflegten Umfeld präsentieren zu können. Die Leiterin setzt sich auch gerne für die Brockenstube ein, «weil sie die Haupteinnahmequelle des Frauenvereins ist. Der Nettoerlös der Brockenstube fliesst ungeschmälert, nach Abzug der Kosten für Miete, Energie und Versicherungen, gemeinnützig-sozialen Aufgaben zu. Die jährlichen grosszügigen Vergabungen des Frauenvereins werden also mit der Brockenstube erarbeitet.»

Ein kleines Unternehmen

In guten Zeiten betrug der Erlös aus der Brockenstube noch 70 000 Franken. Heute sind es knapp 30 000 Franken, die dem Frauenverein aus der Brockenstube für wohltätige Zwecke zur Verfügung stehen. «Die Zeiten haben sich geändert», sagt Nelly Meile, langjährige ehemalige Präsidentin. «Wir haben viel Konkurrenz erhalten.» Mit ihren 34 Mitarbeiterinnen leitet Viola Otto ein kleines Unternehmen. «Ich organisiere Abholungen, erstelle die Einsatzpläne und suche Ersatz, wenn jemand krank ist. Ich bin die Anlaufstelle und Kontaktperson und erstatte dem Vorstand regelmässig Bericht», sagt sie. «Mir ist auch ganz wichtig, dass die Kunden freundlich bedient werden und dass sie sich wohl fühlen.»

www.frauenverein-weinfelden.ch

Viola Otto Leiterin der Brockenstube des Frauenvereins Weinfelden (Archivbild: Esther Simon)

Viola Otto Leiterin der Brockenstube des Frauenvereins Weinfelden (Archivbild: Esther Simon)