In Arbon sind jetzt die Druiden los

Die Bezeichnung Druide lässt sich kaum mehr von Miraculix mit seinem Zaubertrank aus den weltberühmten Asterix-und-Obelix-Comics trennen. Doch die Druidenloge Salix Alba mit Sitz in Arbon hat ausser ihrer Bezeichnung nichts damit zu tun. Die zwölf Gründungsmitglieder streben nach Höherem.

Cathrin Caprez
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Das Zeichen der neuen Druiden-Loge «Salix Alba» in Arbon. (Bild: pd)

Das Zeichen der neuen Druiden-Loge «Salix Alba» in Arbon. (Bild: pd)

ARBON. Römer, die verhauen werden, und Wildschweinjagden: Jeder kennt die Gallier Asterix und Obelix. Ein Star der beliebten Comic-Geschichten ist auch der weise Druide Miraculix. Kein Wunder also, gibt es noch heute Nachahmer. Seit der Gründung des Schweizerischen Druidenordens 1912 streben interessierte Männer danach, sich unter Freunden über die fundamentalen Fragen des Menschseins auszutauschen und sich in der Gemeinschaft zu entwickeln.

Ostschweizer Druiden

Beinahe gleichzeitig mit der Schweizer Premiere von «Asterix im Land der Götter» fand Ende Februar im Schloss Arbon eine ungewöhnliche Feier statt. Die Druidenloge Salix Alba empfing zu ihrer Gründungsfeier mehr als hundert Druiden aus dem In- und Ausland. Mit der Bezeichnung Druide enden aber auch schon deren Gemeinsamkeiten mit Asterix und Obelix. «Die modernen Druiden versuchen, die humanitären Werte der Aufklärung zu leben und auf eine respektvolle, grosszügige Weise zur Gesellschaft beizutragen», sagt Peter Pfister, Gründungsmitglied der Arboner Druidenloge. «Zum Beispiel planen wir die Einrichtung eines öffentlichen Büchertausches oder eine Adventsaktion im Kinderheim.» Der 64jährige Zahntechnologe Peter Pfister lebt seit mehr als 30 Jahren in Arbon und engagiert sich dort in verschiedenen Vereinen. Er gehört zu den zwölf Gründungsmitgliedern von Salix Alba.

Der Schweizerische Druidenorden ist seit über 100 Jahren aktiv und umfasst organisatorisch alle regionalen Logen sowie die Landesgrossloge. Mit Salix Alba hat nach Zürich, Luzern, Thun, Schaffhausen und Basel auch die Ostschweiz eine Druidenloge. Ihnen allen gemein sind die regelmässigen Sitzungen. «Wir treffen uns jeden vierten Freitag im Restaurant Frohsinn», sagt Pfister. «Dort hält ein Mitglied oder externer Referent einen Vortrag, den wir anschliessend ausführlich diskutieren.» Behandelt werden historische, philosophische und naturwissenschaftliche Themen.

Geschlossene Sitzungen

Für Peter Pfister besteht das Geheimnisvolle seiner Loge allein schon darin, «dass nicht jeder beitreten kann». Druide werden können nur Männer ab 25 Jahren, «die gut zu uns passen.» Logenmitglieder können aber aus allen Gesellschaftskreisen kommen. Auch auf den Rahmen wird besonders geachtet: Der Anzug gilt als Dresscode der modernen Druiden.

Infos: www.sdo.ch

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