Immer wieder dieser Lärm

«Die Schafe mit ihrem Gebimmel am Hals töten mir noch den letzten Nerv», meinte vor Jahren ein Nachbar, der bald wieder aus unserem Quartier wegzog. Ob wegen der Lärmbelästigung, weiss ich nicht. Sein Hobby war Auto-Tuning. Vielleicht hat er einen ruhigeren Platz dafür gefunden.

Brunhilde Bergmann
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«Die Schafe mit ihrem Gebimmel am Hals töten mir noch den letzten Nerv», meinte vor Jahren ein Nachbar, der bald wieder aus unserem Quartier wegzog. Ob wegen der Lärmbelästigung, weiss ich nicht. Sein Hobby war Auto-Tuning. Vielleicht hat er einen ruhigeren Platz dafür gefunden. Auch die Thur schert sich keinen Deut um die nächtliche Ruhezeit. Nach Lust und Laune plätschert oder tost sie am Haus vorbei. In einer Lautstärke, die alles übertönt, worüber man sich sonst beklagt: Wir können nicht einmal mehr den Strassenverkehr von der Hauptstrasse hören. Nur das Schulhausglöcklein setzt sich dann und wann durch und

erkämpft sich auf höherer Frequenz einen Weg in unser Ohr.

Morgens kurz nach sieben und gegen Mittag schwillt der Lärmpegel explosionsartig an, jedenfalls unter der Woche:

Wir wohnen am Schulweg

zwischen Primarschule Kradolf und Sekundarschule Befang. Neulich feuerten sich auf «unserer Strasse» sogar Schulklassen beim Wettlauf an. Ist's endlich Wochenende, wird den Heissluftballons über uns unüberhörbar eingeheizt. Die Kleinkinder in der Nachbarschaft melden ihre Bedürfnisse nicht im Flüsterton an, und die EM-Begeisterung der Erwachsenen beschränkt sich nicht auf geschlossene Räume mit schalldichten Fenstern. Ich liebe diesen Lärm! Er ist mir vertraute Orientierung, da bin ich zu Hause. Danke allen, die das Leben hörbar machen!