Im Museum die Schulbank drücken

In der Stadt gibt es vier Museen, die alle ehrenamtlich geführt werden. Dies sei sehr speziell, finden angehende Museumsmitarbeitende aus der ganzen Schweiz, die sich in Mühlebach weiterbilden.

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Kursleiterin Margarethe Greiner (2. Reihe rechts) und ihre Kursteilnehmer sind zu Gast bei Hans Weber (ganz hinten stehend). (Bild: Manuel Nagel)

Kursleiterin Margarethe Greiner (2. Reihe rechts) und ihre Kursteilnehmer sind zu Gast bei Hans Weber (ganz hinten stehend). (Bild: Manuel Nagel)

Für Primarschüler sind sie schon etwas zu alt, die 13 Stundenten der HTW Chur, der Hochschule für Technik und Wirtschaft, welche da im Schulmuseum Mühlebach ihre Köpfe zusammenstrecken. Und die strenge Aufsicht des Herrn Lehrer braucht es auch nicht, obwohl Museumsleiter Hans Weber diesen Part bestimmt gut interpretiert hätte. Doch der ehemalige Rektor der Kantonsschule Romanshorn war diese Woche Gastgeber für Studierende des Zertifikatskurses «CAS Museumsarbeit».

«Wir wollten für unsere Mitarbeiter eine Klausurtagung durchführen», erzählt Weber. Er habe eine Fachperson gesucht, und da flatterte ihm gerade die Ausschreibung des CAS-Kurses in die Hände – und so stiess Weber auf Kursleiterin Margarethe Greiner. Das Schulmuseum fand also die gewünschte Fachfrau, und im Gegenzug wurde auch Greiner fündig. Sie war auf der Suche nach einem kleineren Museum für die abschliessende Intensivwoche des berufsbegleitenden und halbjährigen Kurses.

«Die Teilnehmer sind entweder Leute, dich schon in einem Museum arbeiten und sich vertiefen wollen, oder es sind Quereinsteiger, die ein breit angelegtes Wissen vermittelt bekommen», sagt Greiner. Dabei lernen die Studenten Kernaufgaben des Museums kennen, von der klassischen Museumsarbeit bis hin zur Organisation mit betrieblichen und personellen Fragen.

Hoffen auf Synergien und zündende Ideen

Hans Weber war sofort interessiert, «und wir hoffen auch von den Arbeiten der Studierenden profitieren zu können», gibt er freimütig zu. Schliesslich sollen die Kursteilnehmer am konkreten Beispiel des Schulmuseums eine Analyse durchführen, was man allenfalls noch verbessern könnte, und wie sich das Schulmuseum auch in Zukunft positionieren sollte. «Wenn nun einer eine zündende Idee hat, wie wir Millionen beschaffen könnten, dann würden wir natürlich auch eine gewisse Provision geben», sagt Weber mit einem Lachen. Aber es sei natürlich auch die Freude, neue Museumsleute kennen zu lernen.

Die Studierenden Eva Middendorp und Ellen Thiermann aus dem Kanton Zürich und Jolanda Schärli aus St. Gallen sitzen im alten Schulzimmer und tauschen sich aus. Ein historischer Spielplatz, den auch die angrenzende Schule nutzen könnte, geht ihnen als Idee durch die Köpfe.

Die Drei sind beeindruckt, dass es in einem vergleichsweise kleinen Ort gleich vier Museen gebe. Und alle würden von ehrenamtlichen Helfern geführt. Das zeige eine grosse Verbundenheit der Bewohner zu ihrer Stadt, findet Eva Middendorp. Auch für das Schulmuseum findet das Trio lobende Worte. Das «wahnsinnig engagierte Team» führe ein grossartiges Museum. Und man habe ein Sammlungskonzept, was selbst viele professionelle Museen nicht hätten.

Manuel Nagel

manuel.nagel

@thurgauerzeitung.ch

www.schulmuseum-amriswil.ch