Im Militärbunker Feste feiern

STEINACH. Der Seepavillon und der Bunker Weidenhof aus dem Zweiten Weltkrieg werden renoviert und für kleinere Anlässe hergerichtet. Ende November beginnen die Arbeiten. Im Frühling sollen direkt am See die ersten Feste steigen.

Christoph Renn
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Die Schmierereien im Bunker Weidenhof werden überstrichen. (Bild: Christoph Renn)

Die Schmierereien im Bunker Weidenhof werden überstrichen. (Bild: Christoph Renn)

Die Räume sind 1,90 Meter hoch. Die Gesamtfläche beträgt 40 Quadratmeter, genutzt werden können jedoch nur 15 Quadratmeter. Das sind die Eckdaten des Bunkers Weidenhof in Steinach. In den dunklen Räumen können im kommenden Frühling Feste gefeiert werden. Damit die Gäste Platz haben, wird der anschliessende Seepavillon mit dem Kriegsvermächtnis durch einen Gang aus Glas verbunden. «Somit fällt auch mehr Sonnenlicht in den Bunker», erklärt Architekt Alex Buob aus Rorschacherberg das Projekt. Zudem wird der Pavillon restauriert und mit Türen und Fenstern winterfest gemacht. Der Gemeinderat Steinach hat nun das Nutzungsreglement verabschiedet. Die Bauarbeiten beginnen Ende November.

Mauer wird durchtrennt

An der vergangenen Bürgerversammlung in Steinach gab es viele kritische Stimmen zum 260 000 Franken teuren Projekt. Das beunruhigte Gemeindepräsident Roland Brändli aber nicht weiter. «Bei der Hängebrücke waren auch viele Steinacher kritisch, nun ist sie aber kaum mehr aus der Gemeinde wegzudenken», sagt er. So glaube er, werde es auch mit der Restaurierung des Seepavillons geschehen.

Grundsätzlich soll laut Architekt Alex Buob an den beiden Gebäuden nicht viel geändert werden. Der Seepavillon werde renoviert, frisch gestrichen, wenig möbliert und mit dem Bunker verbunden. Damit der Durchgang entstehen kann, muss der Bunker an einer Stelle durchtrennt werden. «Je nach Beschaffenheit der sehr dicken Mauer wird das eine Herausforderung für die Handwerker», sagt Buob. «Denn diese Mauern wurden ja gebaut, um nicht zerstört zu werden.»

Die Schmierereien im Bunker Weidenhof werden überstrichen. (Bild: Christoph Renn)

Die Schmierereien im Bunker Weidenhof werden überstrichen. (Bild: Christoph Renn)

Steinacher zahlen weniger

Momentan pfeift der kalte Wind durch den Seepavillon. Mit Fenstern und Türen soll das Gebäude direkt am See winterfest gemacht werden. Doch eines ist dem Gemeindepräsidenten wichtig: «Trotz Türen bleibt der Pavillon der Öffentlichkeit zugänglich.» Nur der Bunker werde abgeschlossen, damit er nicht wieder mit Hakenkreuzen und Bildern besudelt werde. Die WC-Anlage, die neu im Bunker eingerichtet wird, bleibe der Öffentlichkeit ebenfalls verschlossen. Die Nutzung der Anlage hat der Gemeinderat bereits klar festgehalten. So schreibt er im Reglement, dass die Einrichtung für öffentliche und private, aber ruhige Anlässe mit maximal 40 Personen genutzt werden darf. Weiter steht, dass die Nutzung an allen Wochentagen – ausgenommen Feiertagen – von 7 bis 22 Uhr möglich ist. Primär soll der Seepavillon den Einheimischen dienen. Deshalb kostet für sie die Miete 150 Franken, Auswärtige bezahlen 500 Franken. Für Schäden haftet der Mieter. Betreiber der Einrichtung ist die Bauverwaltung Steinach.

Der Seepavillon in Steinach erhält Fenster und Türen und wird mit dem Bunker verbunden. In der Einrichtung sollen kleinere Feste gefeiert werden. (Bild: Christoph Renn)

Der Seepavillon in Steinach erhält Fenster und Türen und wird mit dem Bunker verbunden. In der Einrichtung sollen kleinere Feste gefeiert werden. (Bild: Christoph Renn)