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Im Herzen immer Theologe

Der gebürtige Österreicher Wolfgang Powischer wollte unter anderem Arzt werden. Nun wird er nach 27 Jahren als evangelischer Pfarrer in Kreuzlingen pensioniert. Nachstehend erzählt er über seine Zeit und über seine Zukunft.

Herr Pfarrer Powischer, Sie waren 27 Jahre lang evangelischer Pfarrer in Kreuzlingen. Wie hat Ihnen diese Zeit gefallen?

Wolfgang Powischer: Sie gefiel mir sehr gut. Vorher war ich noch nie so lange an einem Ort. Pfarrer zu sein ist ein schöner, aber auch anstrengender Beruf. Man begleitet die Leute durch viele erfreuliche und traurige Phasen. Auch ist es ein abwechslungsreicher Beruf, das macht ihn interessant.

Was haben Sie in diesen Jahren gelernt?

Powischer: Was ich auf jeden Fall gelernt habe, ist gelassener zu sein. Ich versuchte manchmal auch etwas Spass zu machen. Doch da musste ich aufpassen, da die Schweizer das nicht immer so lustig fanden.

War Ihnen sofort klar, dass Sie Pfarrer werden wollten?

Powischer: Nein, bevor ich mich entschieden habe, Pfarrer zu werden, habe ich Verschiedenes studiert, aber immer wieder abgebrochen. Wie zum Beispiel Medizin. Ich interessiere mich immer noch für dieses Thema und werde mich noch mehr damit beschäftigen.

Schliesslich habe ich Theologie studiert. Das lag und liegt mir auch heute noch am meisten. In meinem Herzen werde ich immer Theologe bleiben.

Gab es für Sie ein prägendes Erlebnis?

Powischer: Ich gab am Abend einen Gottesdienst und die einzigen, die erschienen, waren fünf ältere Damen. Alle sassen auseinander, so bat ich sie, sich nach vorne zu setzen.

Danach schlug ich ihnen vor, den Gottesdienst etwas kürzer zu halten, damit wir mehr Zeit zum Singen haben. Das machten wir dann auch. Dieser Gottesdienst ist mir unvergesslich, er war so berührend und wir waren wie eine kleine Familie.

Kürzlich haben Sie Ihren letzten Gottesdienst abgehalten. Fiel es Ihnen schwer, von Ihrer Gemeinde Abschied zu nehmen?

Powischer: Ehrlich gesagt, fiel es mir gar nicht so schwer. Es waren viele Leute anwesend und es war ganz lustig.

Zuerst wollte ich meine Rede nicht planen, habe mich dann aber doch noch anders entschieden und Notizen gemacht.

Wie werden Sie die neu gewonnene Zeit verbringen?

Powischer: Obwohl Privates und Berufliches schwer zu trennen waren, hatte ich immer etwas Zeit für mich. Doch jetzt kann ich mich mehr mit meinen Hobbies beschäftigen. Langweilig wird mir bestimmt nicht.

Ich lese viel, spiele Klavier und möchte mir die Zeit nehmen, endlich mein Französisch zu verbessern, und lernen, mit dem Computer zu arbeiten.

Interview: Clara Onken

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