Im Gefängniswagen durchs Dorf geführt

Das närrische Treiben der Dorffasnacht verteilte sich über drei Tage. Zum Abschluss wurde gestern nach dem Umzug der verurteilte Winterböögg verbrannt.

Manuela Olgiati
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Im Fackellicht wird der Winterböögg vom Scharfrichter verurteilt. (Bild: Manuela Olgiati)

Im Fackellicht wird der Winterböögg vom Scharfrichter verurteilt. (Bild: Manuela Olgiati)

In Wigoltingen ist der Winter­böögg an allem schuld. Kaltblütig sorgt er für frischen Wind, und dieses Jahr getreu dem fasnächtlichen Motto für gespenstisches Treiben. Damit der Frühling Einzug halten kann, wurde der Böögg verurteilt und am Sonntag nach dem Umzug verbrannt.

Darauf hatten viele gewartet: Am Freitag, zum Auftakt der Wigoltinger Fasnacht, ging das Narrengericht zum zweiten Mal über die Bühne. Mit einem Fackelzug führten die Guggenmusik Für-Füx, Elterndingsda, die Unterdörfler und die Tambouren Kreuzlingen den Böögg im Gefängniswagen quer durch das Dorf auf den Gerichtsplatz, die Schule Wigoltingen.

Klirrende Kälte anstatt eines weissen Kleides

Angeklagt wurde der Winter­böögg wegen randalierender Herbststürme. Ausserdem war im Dezember alles grün. Der Winterböögg war zu faul, um Wigoltingen in ein weisses Kleid zu hüllen. Die klirrende Kälte im Januar war zu viel. Deshalb verkündeten der Scharfrichter und die Jahreszeiten, dargestellt von Mitgliedern der Theatergruppe Wigoltingen, in einem tollen Schauspiel das Urteil. Dem Winterböögg hatte die letzte Stunde geschlagen. Mit originellen Sketches wurde der Böögg vom Schulhausplatz mit Applaus der Schaulustigen abgeführt.

Am Schluss landen sie in der Häxä-Beiz

Anschliessend fand die Beizenfasnacht mit der Schnitzelbankgruppe und frechen Sprüchen zum grossen lokalpolitischen Geschehen in der kleinen Gemeinde statt. Zum Motto «Geisterschloss» gingen am Samstag der Kindermaskenball und die Fasnachtsparty über die Bühne. Am Sonntag vergnügten sich viele am Umzug und trafen sich zum Ausklang in der Häxä-Beiz.

Manuela Olgiati

weinfelden@thurgauerzeitung.ch