Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Im Ernstfall zählt jede Sekunde

ERLEN. Gemeinderäte und Personal der Gemeindeverwaltung Erlen trafen sich zu einer Schulung für den richtigen Umgang mit einem Defibrillator. Droht ein plötzlicher Herztod, helfen diese Geräte, Leben zu retten.
Hannelore Bruderer
Wie macht man eine Herzmassage? Erlens Gemeindeammann Roman Brülisauer und Bauverwalter Jörg Bürgisser folgen den Instruktionen von Marc Wettering. (Bild: Hannelore Bruderer)

Wie macht man eine Herzmassage? Erlens Gemeindeammann Roman Brülisauer und Bauverwalter Jörg Bürgisser folgen den Instruktionen von Marc Wettering. (Bild: Hannelore Bruderer)

Seit Ende Dezember verfügt die Gemeinde über einen Defibrillator. Damit das Notfallgerät auch ausserhalb der Öffnungszeiten der Verwaltung schnell greifbar ist, befindet es sich in einem grünen Kasten an zentraler Stelle ausserhalb des Gebäudes bei der Eingangstüre. Dies bedingt jedoch, dass der Kasten im Winter leicht beheizt wird, damit die Batterien im Geräteinnern ihre Kraft nicht vorschnell verlieren. Rund 5200 Franken hat die Gemeinde in das Notfallgerät und die dafür notwendigen Installationen investiert.

Hilfe bei Herzstörungen

Richtig angewendet kann der Defibrillator Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Kammernflimmern vor dem Tod bewahren. Wie das Gerät zu bedienen ist, lernten die Erler Verwaltungsangestellten und Gemeinderäte im Sitzungszimmer des Gemeindehauses. Instruiert wurden sie von Marc Wettering von der Firma Procamed in Elgg, dem Lieferanten des Gerätes.

Pro Minute, die ohne Behandlung verstreiche, sinke die Überlebenschance um zehn Prozent, erklärte Marc Wettering den Anwesenden. Trotz des hohen Zeitdruckes sei es aber wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Hilfestellung leistet das Gerät gleich selbst.

Massieren auf dem Fadenkreuz

Mit Leuchtsymbolen, Display und Sprachfunktion wird jeder einzelne Punkt vorgegeben, den es für die Reanimation zu beachten gibt. Für Laien nicht ganz einfach ist es, die Elektroden an der richtigen Stelle zu plazieren, weiss der Instruktor. Auch dafür hat der Hersteller vorgesorgt und ein passendes System entwickelt.

Die Elektroden sind auf verbundenen Kunststoffstreifen angebracht und entsprechend beschriftet. Die Höhe, auf der die Herzrhythmusmassage erfolgen soll, ist mit einem Fadenkreuz gekennzeichnet. «Damit der Stromstoss richtig wirken kann, muss starke Brustbehaarung vor dem Anbringen der Elektroden entfernt werden. Das Werkzeug dafür liegt dem Gerät bei», erklärte Marc Wettering und zauberte einen Rasierer und eine Schere hervor.

Das Gehörte wenden die Anwesenden an einer Puppe gleich selber an. «Bitte Patient nicht berühren», ertönt die Stimme aus dem Defibrillator, bevor ein Stromstoss abgegeben wird. Mit Piepstönen gibt das Gerät den Rhythmus für die Herzdruckmassage vor.

Üben hilft gegen Nervosität

Ist der Druck zu schwach oder das Tempo zu langsam oder zu schnell, erhält der Helfer vom Gerät einen entsprechenden Hinweis. «Auch wenn der Defibrillator selbsterklärend ist, sollte man die Anwendung üben», empfiehlt Fachmann Marc Wettering. «Ereignet sich ein Notfall, ist man schon genug nervös. Da hilft es, wenn man das Vorgehen bereits einmal durchgespielt hat.» Kurse bieten die Samaritervereine an.

Defibrillator beim Eingang der Gemeindeverwaltung Erlen. (Bild: hab)

Defibrillator beim Eingang der Gemeindeverwaltung Erlen. (Bild: hab)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.