Im Einsatz für den Wassersport

KREUZLINGEN. Ruedi Herzog gibt nach sechs Jahren das Präsidentenamt des Schwimmclubs Kreuzlingen ab und übergibt die Führung des Vorzeigevereins einem Duo. Er selber wird bald höchster Kreuzlinger und hofft auf die Erweiterung des «Egelsee».

Urs Brüschweiler
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Ruedi Herzog gibt die Geschicke des Schwimmclubs aus den Händen, wird aber trotzdem öfter im Freibad Hörnli anzutreffen sein. (Bild: Nana do Carmo)

Ruedi Herzog gibt die Geschicke des Schwimmclubs aus den Händen, wird aber trotzdem öfter im Freibad Hörnli anzutreffen sein. (Bild: Nana do Carmo)

Der Schwimmclub Kreuzlingen ist einer der bedeutendsten Sportvereine in Kreuzlingen. Sechs Jahre lang arbeitete Ruedi Herzog zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche für das Wohl des SCK. «Wir sind der grösste Verein in der Stadt, da gibt es viel zu erledigen, was man von aussen nicht sieht», sagt Herzog. Er habe Kontakte in die Politik zu pflegen, die Finanzen im Griff zu behalten, und im Bereich Sponsoring müsse man aktiv bleiben. Auch das Amt als Nachwuchschef, welches Herzog im Verein zusätzlich innehat, bringt einiges an Arbeitsstunden. Nun hat Herzog – im Beruf Prorektor der Kanti Romanshorn – entschieden, seine Funktionen beim SCK an den Nagel zu hängen. Sechs Jahre war er Präsident. «Irgendwann ist es genug», sagt er, meint das aber keinesfalls negativ. «Man kann das nicht auf Jahre hinaus machen.» Der Familienvater freut sich nun darauf, wieder mehr Freizeit zu haben. Ob dies gelingt, bleibt dahingestellt, denn im Juni wird SP-Gemeinderat Ruedi Herzog aller Voraussicht nach zum Ratspräsidenten und somit zum «höchsten Kreuzlinger» gewählt.

Zwischen Sport und Politik

Die Kontakte zur Politik hätten ihm als Präsidenten des Schwimmclubs schon geholfen. Überhaupt sei es für einen Verein wichtig, seine Interessen in diese Richtung zu formulieren. «Jemand in der Führungscrew sollte schon politisch aktiv sein.» Man müsse die Abläufe kennen, den Kontakt zu den Entscheidungsträgern pflegen und sich vermarkten, indem man zeige, was man mache.

Bei der Infrastruktur ist Herzog mit dem «Sommerfall» zufrieden. Das Freibad Hörnli sei ästhetisch toll gelungen, man erhalte viel Lob für die Anlage von anderen Vereinen. Dass die Sanierung in den letzten Jahren nicht ganz ohne Misstöne abgelaufen sei, ist für Herzog Vergangenheit. «Mit Schuldzuweisungen können wir aufhören.»

Eine Lösung für den Winter

Der «Winterfall» stehe dazu in argem Kontrast. Bedeutende Entscheide in bezug auf die Erweiterung des Hallenbads Egelsee stehen an. Dabei geht es für den Schwimmclub um die Infrastruktur für immerhin zwei Drittel des Jahres. Es ist also klar, dass sich der Verein unbedingt stark für das Projekt einsetzt.

Doppelspitze führt den SCK

Ruedi Herzog wird künftig immer noch da sein und sehen, wie es weitergeht. Vier Söhne hat Herzog, allesamt als Wasserballer im Club aktiv. «Ich kann die Spiele dann als Zuschauer geniessen.» Die Vereinsführung gab er im März an Roger Schläpfer und Christof Keller weiter. Die Doppelspitze aus zwei erfahrenen Kräften entstand eigentlich aus der Not, weil kein direkter Nachfolger gefunden werden konnte.

Herzog ist froh, dass er das Amt in gute Hände übergeben konnte. Nachdem in seinen sechs Jahren zwei Schweizer-Meister-Titel im Wasserball errungen wurden und es gelungen ist, mit einzelnen Schwimmern den Sprung an die nationale Spitze zu schaffen, steht für die Zukunft doch noch viel Arbeit vor der Tür. Am Herzen liegt dem scheidenden Präsidenten dabei vor allem der Nachwuchsbereich, der weitergeführt und intensiviert werden soll.

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