ILLHART: Bald pumpt das Herzstück

Die Gemeinde Wigoltingen baut ein neues Wasserreservoir. Das 1,5-Millionen-Bauwerk soll für mehr Druck auf den Leitungen in den Dörfern sorgen und im Notfall genug Wasser für die Feuerwehr bereitstellen.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Die ehemaligen Gemeinderäte Andreas Uhlmann und Robert Tobler nehmen mit Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann Schätzle den Spatenstich für das Wasserreservoir Teli in Illhart vor. (Bild: Mario Testa)

Die ehemaligen Gemeinderäte Andreas Uhlmann und Robert Tobler nehmen mit Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann Schätzle den Spatenstich für das Wasserreservoir Teli in Illhart vor. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

In der Gemeinde Wigoltingen tröpfeln viele Wasserhahnen nur. Der Wasserdruck besonders in den höher gelegenen Dörfern wie Illhart oder Lamperswil ist tief. «Teilweise herrscht ein Druck von nur gerade 1,5 Bar, das ist sehr tief. Es mag für die Privathaushalte ja noch knapp gehen, aber für die Feuerwehr reicht das definitiv nicht», sagte Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann Schätzle am Montag anlässlich des Spatenstichs für das neue Wasserreservoir Teli in Illhart. Sie sei sehr glücklich, dass mit dem Neubau die Situation deutlich verbessert werden könne. «Dieser Spatenstich ist ein Anlass zum Anstossen. Endlich können wir dieses Generationenprojekt in Angriff nehmen.»

Ein Generationenprojekt ist das neue Reservoir Teli aus zwei Gründen. Einerseits soll es künftigen Generationen eine sichere Wasserversorgung ermöglichen, andererseits haben bereits Generationen von Gemeinderäten an diesem Projekt gearbeitet – so wie Andreas Uhlmann und Robert Tobler. «Schon zur Jahrtausendwende waren unsere bisherigen Reservoirs fast 100 Jahre alt und wir haben schon damals betont, es müsse jetzt schnell gehen mit dem Ersatz», sagt Uhlmann. «Seither sind wieder über 15 Jahre vergangen. Zum guten Glück funktionieren die alten Reservoirs bis heute.»

Erst ein Landabtausch macht den Bau möglich

Schuld an der langen Verzögerung waren diverse Einsprachen gegen das Bauprojekt der Gemeinde. «Das fing an, als die Gemeinde im Jahr 2001 das Land für das Reservoir von Gottlieb Traber seelig abgekauft hatte und 2008 die erste Baueingabe machte. Ein Anwohner wehrte sich mit einer Einsprache gegen das Bauvorhaben», sagt Sonja Wiesmann Schätzle. Nach einer Überarbeitung des Projekts folgte 2014 die zweite Baueingabe – und wieder folgten Einsprachen.

Nur Gottlieb Traber sei es zu verdanken, dass über die Jahre dann doch noch eine Lösung gefunden werden konnte. Die Gemeinde musste nach den Einsprachen erneut über die Bücher und einen neuen Standort suchen für das Reservoir. Traber war bereit, das Land am neuen Standort – das ebenfalls ihm gehörte – gegen das ursprünglich von der Gemeinde gekaufte abzutauschen. Zwar folgten auf die dritte Bauauflage für das Reservoir am neuen, etwa 100 Meter nördlicher gelegenen Standort erneut Einsprachen, «diese Einsprachen konnten wir aber erledigen und 2016 folgte endlich die Baubewilligung», sagt Sonja Wiesmann.

Mehrkosten aufgrund der Verzögerung

Rund 1,5 Millionen Franken kostet der Bau des neuen Reservoirs Teli. An der Gemeindeversammlung im Mai 2014 bewilligten die Wigoltinger Stimmbürger den Kredit. Das Geld sollte auch für das Reservoir am neuen Standort reichen. «Mehrkosten sind uns aufgrund der mehrfachen Projektierung entstanden, sie sind aber nicht sehr hoch», sagt Wiesmann.