Illegal Müll am Jahrmarkt entsorgt

Ein Unbekannter lud seit Jahren seinen privaten Müll am traditionellen Frühlings- und Herbstmarkt ab. Nach Marktschluss waren die Müllberge jeweils auffallend gross. Dieses Jahr konnte man den Müllsünder stellen.

Erika Pál
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ARBON. Anfangs hatte man einen Standinhaber verdächtigt, der am Abend nach Marktschluss auch seinen privaten Abfall auf der für den Markt vorgesehenen Müllsammelstelle entsorge. «Damit lagen wir aber komplett falsch», sagt Werner Pfister, Marktleiter Arbon.

Die auffallend gross gewachsenen Müllberge fielen den Verantwortlichen in den letzten Jahren vermehrt auf. «Es konnte einfach nicht sein, dass sich bei der Müllstelle tagsüber kein Abfall ansammelte, aber dafür abends in grossen Mengen. Das machte uns sehr misstrauisch», sagt Pfister.

Etwa 330 Liter Abfall pro Markt

Beim Frühlingsmarkt 2012 wurde er dann das erste Mal gesichtet. «Leider waren wir zu weit weg um das Kontrollschild seines Autos zu erkennen. Sicher wussten wir nur, dass es sich um ein Thurgauer-Kennzeichen handelt», sagt Pfister. Der Müllsünder lade immer etwa drei 110 Liter Kehrichtsäcke aus. «Sie fallen halt auf und ihr Inhalt ist immer etwa der gleiche.» Pfister nimmt die Abfallsäcke mit nach Hause. «Ich habe sie nach Namen oder einer Adresse durchsucht, leider erfolglos.» Ihm bot sich dasselbe Bild. Nasse Lappen und viel altes Brot.

Auf frischer Tat ertappt

Letzten Samstag war es dann wieder so weit: alljährlicher Frühlingsmarkt. «Wir haben uns untereinander abgesprochen, die Müllsammelstelle am Abend besonders im Auge zu behalten», sagt Pfister. Um 18 Uhr als der Markt vorbei war, fuhr ein schwarzes Auto auf den noch gesperrten Fischmarktplatz. «Eine Frau, die jedes Jahr ihren Stand gleich gegenüber der Sammelstelle hat, erkannte das Auto sofort und rief mich zu ihr.» Der Müllsünder hatte mehrere Abfallsäcke im Auto geladen. «Ich habe ihn zur Rede gestellt und aufgefordert mit uns auf die Polizei zu warten. Ohne sich zu äussern stieg er wieder ins Auto und fuhr davon.»

Busse droht

Pfister hat den Müllsünder nun bei der Polizei angezeigt. «Der Beamte hat mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es sich bei dem betroffenen Herrn um einen polizeibekannten Arboner handle.»

Werner Pfister ist nun sehr erleichtert. «Es ist einfach eine Riesensauerei. Die Entsorgung übernimmt ja nicht immer die Stadt, da bleiben wir drauf sitzen.»

Gemäss Auskunft der Polizei Arbon wurde die Anzeige entgegengenommen und an die Staatsanwaltschaft nach Bischofszell weitergeleitet. Der Müllsünder wird mit eine Busse rechnen müssen.

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