Ihre erste grosse Liebe

Wie die meisten Mädchen in ihrem Alter hört Tamara Hähni gerne Pop- und Rockmusik. Ihr Kindheitstraum war es aber nicht, Gitarre oder Klavier zu spielen – sie entschied sich für das Alphorn.

Iliana Perera
Drucken
Teilen
Tamara Hähni mit ihrem Alphorn in ihrem Zimmer, wo sie jeweils auch übt. (Bild: Andrea Stalder)

Tamara Hähni mit ihrem Alphorn in ihrem Zimmer, wo sie jeweils auch übt. (Bild: Andrea Stalder)

Iliana Perera

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch

Sie wusste schon früh, was sie will. Mit sechs Jahren hegte Tamara Hähni bereits den Wunsch, Alphorn zu spielen. Ganz zum Erstaunen ihrer Eltern, denn niemand in der Familie spielt Alphorn oder hat eine besondere ­Affinität zur Volksmusik. Auch die heute 12-Jährige weiss selbst nicht mehr genau, wieso sie sich damals ausgerechnet für dieses eher ungewöhnliche Instrument entschieden hat. «Wahrscheinlich habe ich es mal irgendwo gehört», sagt Hähni. «Bereut habe ich meine Entscheidung nie.»

Mit acht Jahren ging ihr Wunsch in Erfüllung und Tamaras Eltern mieteten ihr ein Alphorn, damit sie es zunächst ausprobieren konnte. Beim Versuch blieb es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Seit fast fünf Jahren spielt die ­junge Frau nun schon Alphorn und die Freude daran ist noch so gross wie die Zuneigung eines frischverliebten Pärchens. An­gefangen hat Tamara Hähni mit ­regelmässigen Einzelstunden bei ihrem Alphornlehrer Fredy Schnyder. «Seit eineinhalb Jahren spiele ich auch in der Gruppe mit», sagt Hähni. Die fünf Mitglieder der Alphorn- und Büchel-Gruppe Sonnenberg sind im Alter von 12 bis 70 Jahren. Tamara Hähni ist das einzige Mädchen und auch die Jüngste in der ­Gruppe, sozusagen das Küken. Gspänli in ih­rem Alter vermisst sie im Verein jedoch nicht, Tamara Hähni fühlt sich wohl in der ­Runde. Mit den Männern tritt die Schülerin etwa zweimal im Monat in Altersheimen, an Firmenanlässen oder auch an Schwingfesten auf. Diese Auftritte machen Tamara Hähni besonders viel Spass: «Es ist schön, zu sehen, wie sich die Menschen an unserer Musik erfreuen.» Ausserdem klinge es schöner, wenn man gemeinsam mehrstimmig mit dem Alphorn spielen könne.

Der Einzelauftritt hat ihr Mut gemacht

Hin und wieder tritt die junge Alphorn-Bläserin auch alleine auf. Im Frühling hat Tamara Hähni am Prix-Walo-Sprungbrett teil­genommen. Hätte sie ihr Alphorn-Lehrer nicht dazu motiviert, hätte sie den Mut aber nicht gehabt. «Es war mein erstes Mal, dass ich alleine und mit Mikrofon vor einer Jury gespielt habe», sagt Hähni. «Vor meinem Auftritt war ich schon nervöser als sonst.» Obwohl sie es nicht in die nächste Runde geschafft hat, habe sie die Erfahrung stärker und mutiger gemacht. «Das Alphornspielen ist für mich schon eher ein Hobby, aber es würde mich natürlich schon freuen, auch mal einen Wettbewerb zu gewinnen», sagt Tamara Hähni.

Müsste sich der Teenager heute nochmals neu für ein Instrument entscheiden, stünde das Alphorn auf der Liste immer noch ganz oben. «Ich war schon immer fasziniert von diesem Instrument», sagt sie. Nebst dem Alphorn spielt Tamara Hähni auch Büchel. Damit tritt sie ebenfalls regelmässig mit der Gruppe auf.