Ihre Blumen begleiten Kunst

WEINFELDEN. Die Weinfelder Meisterfloristin Monika Reitinger darf ihr Können im Aargauer Kunsthaus in Aarau zeigen. Sie ist eine von 14 Auserkorenen, die an der Ausstellung «Blumen für die Kunst» teilnehmen dürfen.

Mario Testa
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Floristin Monika Reitinger in ihrem Geschäft an der Bahnhofstrasse. (Bild: Mario Testa)

Floristin Monika Reitinger in ihrem Geschäft an der Bahnhofstrasse. (Bild: Mario Testa)

Keine Erde, kein Moos und ja keine Krabbeltierchen. Die Vorgaben für die Floristinnen, die ihre Blumenarrangements im Aargauer Kunsthaus präsentieren dürfen, sind streng. «Es gibt sogar Eingangskontrollen», sagt Monika Reitinger, Inhaberin des Geschäfts Floristik Design in Weinfelden. Reitinger durfte schon vergangenes Jahr bei der Premiere der Aktion «Blumen für die Kunst» teilnehmen und ist begeistert von der Idee. «Es geht darum, dass wir Floristinnen und Floristen ein Arrangement schaffen, dass mit dem uns zugewiesenen Kunstwerk in Dialog tritt. Eine florale Interpretation des jeweiligen Werks.»

Strenge Auswahl des Museums

Den 14 auserwählten Floristinnen und Floristen aus der ganzen Schweiz präsentierte die Kommission des Kunsthauses 28 Werke, zu denen sie sich eine florale Interpretation wünschten – Bilder und Skulpturen. «Wir mussten dann unsere drei Favoriten markieren, und die Kommission hat uns ein Kunstwerk zugewiesen», sagt Monika Reitinger. So verblieb zum Schluss je ein Werk pro Floristin und Floristen. Sie habe Glück gehabt, ihr sei ihr absoluter Favorit zugeteilt worden, ein sehr grosses, tiefrotes Bild von Jean Pfaff aus dem Jahr 1990. «Mich hat das Bild fasziniert. Die Farbe, kombiniert mit der Grösse und dem Platz innerhalb der Ausstellung. Das Bild stand auch bei anderen Floristen hoch im Kurs.»

Nach der Zuteilung folgten schlaflose Nächte. «Ich habe lange überlegt, was ich nun mit den Blumen gestalten soll, so dass sie zum Bild passen, mit ihm in Dialog treten. Welche Farben? Welche Blumen? – viele Fragen haben mich beschäftigt.»

Farbstudie mit Blütenblättern

Rote Nelken sollen es sicher sein, die in ihrer floralen Interpretation des Kunstwerks vorkommen werden, soviel weiss Monika Reitinger mittlerweile. «Nelken haben einen satten Rotton, und doch sind die einzelnen Blütenblätter sehr weich.» Sie möchte eine florale Farbstudie erschaffen, etwas Abstraktes. Bereits hat sie Verschiedenes kreiert, beobachtet, wie sich die Blumen nach einigen Tagen verändern, und sich so an das Endresultat herangetastet, das sie ab dem 17. März im Kunsthaus zum Bild von Jean Pfaff ausstellen will. Das Resultat wird sie pünktlich auf die Ausstellungseröffnung hin fertig machen. «Die Blumen müssen eine Woche halten, vielleicht muss ich zwischendurch sogar noch auffrischen.»

Reitinger möchte gern viel Zeit im Kunsthaus verbringen, wenn ihr Werk dort zu bestaunen ist. «Die Erfahrungen der ersten <Blumen für die Kunst> waren durchwegs gut. Ich hatte viele interessante Gespräche, positives Feedback und konnte auch neue Kontakte aufbauen», sagt Monika Reitinger. «Für mich und unsere ganze Berufsgattung ist es eine Ehre, dass wir das Floristen-Kunsthandwerk in einem Kunsthaus zeigen dürfen.»

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