Ihr Vorbild ist Frida Kahlo

ZIHLSCHLACHT. Regula Simmen hat in Zihlschlacht den Verkaufsraum der ehemaligen Dorfkäserei in eine Galerie namens Sevenseals umgewandelt. Hier präsentiert die in Bischofszell aufgewachsene Künstlerin nun ihre Bilder der Öffentlichkeit.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Drucken
Teilen
An der Hauptstrasse 48 in Zihlschlacht hat Regula Simmen die Galerie Sevenseals eingerichtet. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

An der Hauptstrasse 48 in Zihlschlacht hat Regula Simmen die Galerie Sevenseals eingerichtet. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Blaue Luftballone, gelbe Sandhügel und rote Blumen, aber auch eine bunte Welt der Phantasie. Die farbenfrohen Acrylbilder sorgen im Verkaufsraum der einstigen Dorfkäserei für Lichtblicke an diesem grauen, nebelverhangenen Dezembernachmittag.

Von Kindesbeinen an

«Ich male schon, seit ich einen Stift in der Hand halten kann», erzählt Regula Simmen. Als Kind habe sie am liebsten mit Filzstiften gekritzelt, die sie zu Weihnachten geschenkt bekam. Für den Papiernachschub sei ihre Mutter besorgt gewesen. Zeichenpapier bekam sie von überall her. «Meist war es Abfallpapier, das schon einseitig bedruckt war», erinnert sich die 32jährige Künstlerin, die in Bischofszell aufgewachsen ist.

In der Schule machte sich ihre künstlerische Ader bemerkbar. Die Lehrkräfte erkannten schon früh ihr Talent. Zeichnen war ihr Lieblingsfach, in dem sie auch die besten Schulnoten hatte. «Lieber hätte ich noch mehr Zeichnungs- statt Mathematikunterricht gehabt», verrät sie mit einem herzhaften Lachen.

Immer farbenfroher

Schon Regula Simmens Grossvater hat gerne gemalt. Seine Vorliebe galt der Bauernmalerei. «Mein künstlerisches Vorbild ist jedoch Frida Kahlo», sagt Regula Simmen. Die Bilder der Mexikanerin haben es ihr ganz besonders angetan. Frida Kahlo (1907–1954) war eine bekannte Vertreterin des Surrealismus, einer Kunstrichtung, die das Traumhafte und Unbewusste darstellt. Weil sie ihre Ideen umsetzen wollte, begann Regula Simmen vor 13 Jahren Bilder zu malen und diese an öffentlichen Ausstellungen zu präsentieren. Inzwischen sind schon über 200 Kunstwerke entstanden.

Früher waren es vorwiegend Bilder auf Papier, gemalt mit Kugelschreiber und Filzstiften. Heute sind es vor allem Werke auf Leinwand mit Tusche und Acryl. «Meine Bilder werden immer farbenfroher; meistens mit Gold abgerundet, damit es glänzt», erklärt Simmen, die nie einen Malkurs besucht hat. Sie habe ihren eigenen Stil und ihre eigene Technik entwickelt. Blumen und florale Formen gehören zu ihren Lieblingsmotiven.

Lange darauf gewartet

Als Regula Simmen das Angebot bekam, den Verkaufsraum der ehemaligen Zihlschlachter Dorfkäserei zu mieten, ging für sie ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Im gleichen Verkaufsraum, in dem zuvor bereits ein Imbiss- und später ein Feng-Shui-Laden untergebracht waren, konnte Regula Simmen ihre eigene Galerie eröffnen.

Dort stellt sie seither ihre Bilder und Grusskarten permanent aus. Doch nicht nur das Malen gehört zu ihren Leidenschaften. Regula Simmen verziert auch Schächtelchen und Gläser mit farbigen Glitzersteinen. Zudem stehen kleine Kunstwerke sowie selbstgemachte Geschenkartikel von anderen Kreativen aus der Region im Angebot der Galerie.

Abstand vom Beruf

Die Künstlerin bleibt realistisch: «Von der Malerei und der Kunst kann ich nicht leben.» Die Malerei sei für sie aber ein wichtiges Ventil. Beim Malen könne sie den Alltagsstress liegenlassen. Empfindungen und Erfahrungen könnten dabei ausgedrückt und verarbeitet werden. Es sei meditativ. Um dem Malen mehr Platz einzuräumen und nach Ausstellungsmöglichkeiten zu suchen, gönnt sich die gelernte Kauffrau heuer eine berufliche Auszeit. Externe Ausstellungen seien für sie wichtig. Eine Auswahl ihrer Bilder ist noch bis Ende dieses Jahres im Bistro zu Tisch in Bischofszell zu sehen.

Galerie Sevenseals, Hauptstrasse 48, Zihlschlacht; Öffnungszeiten: Mittwoch, 14 bis 17 Uhr, und Samstag, 13 bis 16 Uhr; vom 20. bis 31. Dezember geschlossen.

Aktuelle Nachrichten