Ihnen schmeckt nur frisches Bier

80 Liter Bier zapfen in einer Viertelstunde: Das ist die mögliche Leistung des Vierbier-Zapfhahns, den Stephan Roost und David Kengelbacher aus Sulgen erfunden haben. Ziel ist es, das Produkt bei Grossveranstaltern zu vermarkten.

Maya Mussilier
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Sulger Geistesblitz: Stephan Roost und David Kengelbacher sagen vierfach «Prost». (Bild: Maya Mussilier)

Sulger Geistesblitz: Stephan Roost und David Kengelbacher sagen vierfach «Prost». (Bild: Maya Mussilier)

SULGEN. Die Feuertaufe ist überstanden – jetzt ist er patentiert: der Vierbier-Zapfhahn von Stephan Roost und David Kengelbacher. «Wir sind mega happy», sagen die beiden Tüftler. Denn jetzt können sie mit gutem Gewissen für ihre Anlage werben. «Die Leute, die an der Party mit der Zapfanlage gearbeitet haben, waren begeistert.»

Zehn Liter Bier hätten sie verbraucht, bis die Anlage richtig eingestellt gewesen sei. Dann habe es den ganzen Abend gepasst, immer vier Bierbecher gleichzeitig gleich hoch zu füllen und mit einer schönen Schaumkrone zu versehen.

Zufällig getroffen

Früher haben der 44jährige Stephan Roost und der 28jährige David Kengelbacher im gleichen Betrieb gearbeitet. «Wir haben uns aber länger nicht mehr gesehen», sagt Stephan Roost. Bei einem zufälligen Zusammentreffen kamen die ehemaligen Arbeitskollegen ins Gespräch. Ebenso zufällig kam dabei die Sprache auf eine Zapfanlage, mit welcher gleichzeitig mehrere Gläser oder Becher mit Bier gefüllt werden können.

«Die Idee hatte ich bei einem Konzert in der AFG-Arena», sagt David Kengelbacher. Entweder sei bei solchen Grossveranstaltungen das Bier abgestanden oder aber es dauere zu lange, bis in den Pausen die Gäste mit Bier versorgt sind. Dieses Problem kennt auch Stephan Roost von Sportveranstaltungen her. «Die Pausen sind kurz. Daher wird das Bier schon vorher gezapft, damit die Leute schnell genug bedient werden können.» Trotzdem hatte er zu Beginn Bedenken. «Ich sah das Potenzial nicht», gibt Stephan Roost zu.

Im einfacheren Stil

Die anfängliche Idee drehte sich um eine vollautomatische Anlage. «Wir beschlossen schliesslich doch, etwas zu machen, aber in einfacherem Stil», sagt Stephan Roost, der als selbständiger Konstrukteur arbeitet. Klar sei ihnen gewesen, dass eine solche Anlage in einem normalen Restaurant am falschen Platz sei. «Dort braucht es so etwas nicht.» Gedacht ist die Anlage für den Betrieb in einem Stadion oder bei grösseren Festanlässen.

Stephan Roost liess die Idee nicht mehr los, und so erstellte er im Oktober 2014 eine erste Grobmodellierung. Mitte Dezember waren die Arbeiten so weit vorangeschritten, dass Stephan Roost wieder mit David Kengelbacher in Kontakt trat.

Kampfgeist geweckt

Die beiden Tüftler versuchten, die grossen Brauereien für ihr Projekt zu gewinnen. «Diese waren skeptisch und überzeugt, dass es nicht funktioniert», sagt Stephan Roost. Obwohl die beiden bei der Konstruktion nichts Neues verwendeten, liessen sich die angefragten Bierhersteller nicht überzeugen. «Sie glaubten nicht an uns, doch das weckte unseren Kampfgeist», sagt Stephan Roost, und David Kengelbacher doppelt nach: «Geht nicht, gibt's bei uns nicht.»

Trotz fehlender Unterstützung machten sich die beiden an die Detailplanung. Wichtig war ihnen dabei, Produkte und Materialien aus der Schweiz zu verwenden. Einzig die Bierhahnen stammen aus dem Ausland. «Die gibt es hier nämlich nicht», erklärt David Kengelbacher. «Aber sonst ist alles zu 100 Prozent in der Schweiz hergestellt.»