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IG zittert wegen Hafenzone

ROMANSHORN. Am Donnerstag stimmen die Romanshorner zum zweitenmal über die Umzonung des Hafenareals ab. Die Initianten der neuen Bauvorschriften sind beunruhigt. Sie befürchten mangels Interesse einen Zufallsentscheid.
Markus Schoch
Blick von oben aufs Hafengelände: Das brachliegende Güterschuppenareal am langgezogenen Bogen soll zur Hafenzone werden. (Bilder: pd)

Blick von oben aufs Hafengelände: Das brachliegende Güterschuppenareal am langgezogenen Bogen soll zur Hafenzone werden. (Bilder: pd)

Es ist nicht leicht zu verstehen, warum die Romanshorner jetzt nochmals über die neue Hafenzone befinden müssen. Denn im letzten Oktober sprachen sie sich an einer denkwürdigen Versammlung in der evangelischen Kirche mit über 800 Teilnehmern bereits klar dafür aus.

Dass es jetzt an der Rechnungsgemeinde vom Donnerstag einen zweiten Entscheid braucht, hat mit einem Detail zu tun. Die Stimmbürger veränderten damals die ursprüngliche Vorlage, indem sie die Bauvorschriften lockerten, so dass beispielsweise der Amriswiler Unternehmer Hermann Hess sein Hafenhotel bauen könnte. Diese Korrektur verlangt nach Meinung des Kantons zwingend eine Wiederholung des Verfahrens.

Ist Hafenzone noch nötig?

Die Frage stellt sich, ob es die Hafenzone überhaupt noch braucht. Denn die Ausgangslage hat sich im letzten halben Jahr entscheidend verändert.

Die Hafenzone ist die Idee einer Gruppe von Romanshornern, die sich in der IG Hafen zusammenschlossen. Sie suchten nach einer Möglichkeit, um eine Überbauung der HRS mit fünf Wohnblöcken auf dem Güterschuppenareal zu verhindern. Das Projekt hat sich aber mittlerweile zerschlagen, weil das Verwaltungsgericht den Gestaltungsplan über das Gebiet im Rahmen eines Rechtsstreites Ende des letzten Jahres aufhob. Damit sind auch die umstrittenen Wohnblöcke vom Tisch.

Und ein neues Projekt wird es so schnell nicht geben. Grund: Die SBB als Landbesitzerin haben nach den (schlechten) Erfahrungen fürs erste genug von Experimenten. Sie überlassen das Güterschuppenareal der Gemeinde Romanshorn für fünf Jahre zur Zwischennutzung mit der Aussicht einer Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre.

Dass anschliessend Wohnblöcke im Stile der HRS über einen neuen Gestaltungsplan wieder aufs Tapet kommen, ist nach Meinung des Gemeinderats «sehr unwahrscheinlich», wie er in der Abstimmungsbotschaft schreibt.

IG Hafen: Sicher ist sicher

Die IG Hafen will sich nicht auf solche Spekulationen verlassen. Sie hält darum an der Hafenzone fest. «Sicher ist sicher», sagt Präsident Martin Dempfle. Nur so könnten Wohnblöcke auf dem Güterschuppenareal ein für alle mal verhindert werden.

Martin Dempfle, IG Hafen.

Martin Dempfle, IG Hafen.

Dass die Hafenzone Romanshorn teuer zu stehen kommt, glaubt Dempfle nicht. Entgegen der Auffassung des Gemeinderats gehe er davon aus, dass die SBB wahrscheinlich keine Entschädigungsforderungen stellen werden. Die Erfolgsaussichten seien nämlich äusserst gering. Und selbst wenn es zu einem Rechtsstreit kommen sollte, werde das die Entwicklung des Güterschuppenareals nicht verzögern. Denn vorderhand passiere sowieso nichts, weil die Gemeinde zumindest in den nächsten fünf Jahren die Hand auf dem Güterschuppenareal habe. «In dieser Zeit könnte ein allfälliges Verfahren problemlos bereinigt werden», sagt Dempfle.

Angst vor Zufallsentscheid

Die IG habe ein grosses Interesse daran, dass Leben auf dem Güterschuppenareal einkehre. Vorstellen könnte sich Dempfle beispielsweise eine Parkanlage mit verschiedenen Veranstaltungs- und Freizeiteinrichtungen. Ein Thema bleiben müsse auch der Kauf des Geländes direkt am Wasser durch die Gemeinde. «Es ist nicht unser Bestreben, die Entwicklung des Hafens für Jahre zu blockieren», stellt Dempfle klar.

Seine Sorge ist, dass die Hafenzone im zweiten Anlauf abgelehnt werden könnte, weil die Befürworter glauben, die Abstimmung am Donnerstag sei nur noch reine Formsache – und sie deshalb zu Hause bleiben. Dempfle erinnert daran, dass CVP und SP die Hafenzone nach wie vor ablehnen und das Grüne Forum Stimmfreigabe beschlossen hat. Ja sagen nur FDP und SVP.

Statt eines «Zufallsentscheids» einer kleinen Gruppe wünscht sich Dempfle wieder ein deutliches Ja, das dem Gemeinderat den Rücken in den Verhandlungen mit den SBB stärken werde. Der IG-Präsident hofft deshalb, dass übermorgen wieder viele Romanshorner den Weg in die evangelische Kirche finden.

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