«Ich will die Leute verzaubern»

AMRISWIL. Ein Clown zu sein, ist für den Nachwuchskünstler Steevy eine Berufung. Er spinnt den roten Faden durch das diesjährige Programm des Zirkus Royal. Steeven van Gool lässt sein Publikum den Alltag für kurze Zeit vergessen.

Luisa Gomringer
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Clown Steevy zeigt einer Zuschauerin, wie weit er sein Wasser ausspucken kann. (Bild: Reto Martin)

Clown Steevy zeigt einer Zuschauerin, wie weit er sein Wasser ausspucken kann. (Bild: Reto Martin)

Für Steeven van Gool alias Clown Steevy kam nie etwas anderes in Frage, als ein Clown zu werden. Auf die Frage, was ihm daran so gut gefällt, weiss er schnell eine Antwort: «Die Leute zu verzaubern. Sie kommen in die Vorstellung und vergessen ihren Alltag. Ich kann sie für einen Moment lang in eine andere Welt mitnehmen.»

Clown Gaston war Lehrmeister

Steeven van Gool ist Spross einer alten Schweizer Zirkusfamilie. Er ist im Zirkus Pajazzo, dem Unternehmen seiner Eltern, geboren und aufgewachsen. Seine Schulzeit verbrachte er in Genf, doch nach dem Schulabschluss zog es ihn wieder zurück in den Zirkus. Dort erlernte er von seinem Vater und dem bekannten Schweizer Clown Gaston das Clownshandwerk.

«Ich habe mich auch in der Akrobatik ausgetobt, aber das Clownsein gefiel mir einfach besser», sagt van Gool, der als Vierjähriger seinen ersten Zirkusauftritt hatte. Sein akrobatisches Talent beweist der heute 25-Jährige auch in der Show: Gemeinsam mit dem spanischen Jongleur Alfio Macaggi jongliert er mehrere Keulen hin und her. Gleichzeitig ziehen sich die beiden Künstler bis auf die Unterwäsche aus – und wieder an.

Er schminkt sich immer selbst

Jeweils zwei Stunden vor der Show verwandelt sich Steeven van Gool in den Clown Steevy. Er bereitet sich auf seine Auftritte vor und schminkt sich. «Das mache ich selbst, denn jeder Clown hat seine eigene Art sich zu schminken. Ich schminke mich schon so, seit ich vier geworden bin.» Steevy präsentiert sich mit weissem Mund und schwarzem Lippenrand, lässt mit weisser Farbe optisch seine Augen grösser wirken und malt den vorderen Teil seiner Nase rot an.

Vor der Vorstellung bleibt noch Zeit um sich mit den anderen Akrobaten auszutauschen. Der Clown spricht Französisch, Italienisch, Deutsch und Englisch. Das hilft bei der Verständigung unter so vielen Kulturen. «Klar, können wir uns manchmal nur mit Händen und Füssen verständigen, doch irgendwie verstehen wir uns immer», sagt er.

Schwierigkeiten zeigen sich eher beim Gestalten der Show. «Sie soll lustig sein, aber auch nicht zu weit gehen. Heikle Themen lassen wir lieber aus und probieren es mit alten bekannten Gags, die wir neu gestalten.» Man wisse aber nie, wie das Publikum reagieren wird. «Das beinhaltet immer ein gewisses Risiko. Dies macht es aber auch spannend für mich.»