«Ich werde Annie vermissen»

ARBON. Die alte Webmaschinenhalle im Saurer WerkZwei wird aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der Musikschule Arbon zum Broadway. Ovationen gibt es an der Premiere des Musicals «Annie», dessen Titelrolle Viviane Sonderegger (11) spielt.

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Happy End für Annie (Viviane Sonderegger, vorne in Weiss): Mr. Warbucks (Felix Heller, rechts) wird das Waisenkind adoptieren. (Bilder: Max Eichenberger)

Happy End für Annie (Viviane Sonderegger, vorne in Weiss): Mr. Warbucks (Felix Heller, rechts) wird das Waisenkind adoptieren. (Bilder: Max Eichenberger)

Viviane, hattest du als Annie Lampenfieber vor der Premiere?

Annie: Ja, mega! Aber wir haben vor unserem ersten grossen Auftritt hinter der Bühne einen Kreis gebildet, uns umarmt und einander Mut gemacht. Das hat geholfen. Die Anspannung hat sich dann gelöst. Wir sind halt wirklich eine super Truppe! Von einer Freundin hatte ich zudem einen Glücksbringer dabei. Von einem anderen Gschpänli bekam ich Beruhigungströpfli.

Und dann habt ihr das Publikum in der alten Saurer-Webmaschinenhalle im Flug erobert und zu Begeisterungsstürmen hingerissen…

Annie: Nachdem der erste Ton draussen war und mir das Anfangslied glückte, da war ich schon sehr erleichtert und froh. Ich wusste: jetzt kommt es gut! Unsere Regisseurin Katalin Polgar hat uns nämlich eingebleut, der Auftakt und der Schluss der Aufführung seien die wichtigsten Elemente. Am Anfang müssten wir alles geben, um die Leute im Publikum zu gewinnen. Es war schön zu sehen, dass es ihnen gefiel. Ich war dann gar nicht mehr nervös. Es lief dann wie von selbst.

Du bist erst 11jährig, besuchst in Steinach die fünfte Klasse. Wie bist du zur Rolle im Musical «Annie» gekommen?

Annie: Also, angefangen hat es eigentlich im Restaurant meines Onkels. Dort trat einmal das Duo «Robert & Robert» auf. Ich habe dann das Lied «Monday Morning» einfach so mitgesungen. Eine Frau hat mich dann angesprochen auf das Casting für ein Musical. Ich wusste erst nicht so recht – und habe mir schliesslich gedacht: du kannst es ja einmal probieren! Ich hatte aber, ehrlich gesagt, schon ein bisschen Schiss, als ich mich zum Casting aufraffte…

Und dann warst du plötzlich dabei – und hast erst noch die Titelrolle bekommen…

Annie: Ich habe mehrere Castings gemacht und war glücklich, als ich schliesslich mitmachen durfte. Es waren auch ganz nette Leute, die uns in der Zeit sehr viel beigebracht haben. Ich musste bei einem Lager Passagen von «Annie» vorsprechen. Es hat sich dann im Laufe der Proben so ergeben, dass ich das geplagte Waisenkind Annie spielen soll, das dann als fröhliches Mädchen ein gutes Zuhause finden sollte. Ich war überrascht und glücklich – aber halt auch ein wenig traurig, weil nämlich ein anderes Mädchen nicht auch noch Annie sein konnte und eine andere Rolle bekam.

Bis alles sass, habt ihr viel geprobt…

Annie: Ja, sehr viel sogar. Es war eine sehr spannende und schöne Zeit. Wir waren lange zusammen und haben geübt und geübt. Das hat uns zusammengeschweisst. Auch in den Ferien gab es nur eines: Proben für «Annie». Es war aber überhaupt kein Müssen. Es hat uns riesig viel Spass gemacht zusammen. Meine Eltern sind meine grössten Fans. Sie haben mich immer voll unterstützt und mich auch gefahren.

Das Publikum hat an der Premiere eure grossartige Leistung mit Ovationen und viel Beifall verdankt. Stolz?

Annie: Miteinander auf der Bühne vor so vielen Leuten ein Musical zu spielen und die Freude in den Augen der Besucher zu sehen, das ist überwältigend und macht uns alle schon auch ein bisschen stolz. Ich werde «Annie» jedenfalls vermissen, wenn die letzte Aufführung am Sonntag dann vorbei sein wird. Dann werde ich ganz bestimmt ein paar Tränen in den Augen haben…

Noch habt ihr vier Vorführungen: heute Donnerstag, am Freitag und am Samstag jeweils um 19 und am Sonntag dann um 17 Uhr.

Annie (strahlt): Ja, ich freue mich fest auf jeden Abend!

Hast du von Natur aus rote Haare – oder hast du sie gefärbt?

Annie: Meine Gotte ist Coiffeuse. Sie hat eine Dose roten Schaum besorgt. Meine Mutter hat ihn dann aufs Haar aufgetragen. Sieht fast echt aus, oder?

Interview: Max Eichenberger

Viviane Sonderegger (Annie)

Viviane Sonderegger (Annie)

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