«Ich sage weder Ja noch Nein»

Nachgefragt

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Die kanadische Eislauftruppe Le Patin Libre demonstriert ihr «contemporary skating» – modernes Eislaufen. (Bilder: Manuel Nagel)

Die kanadische Eislauftruppe Le Patin Libre demonstriert ihr «contemporary skating» – modernes Eislaufen. (Bilder: Manuel Nagel)

Karl Spiess, mit einer Gala wurde «Amriswil on Ice» eröffnet. Es ist bereits die fünfte Ausgabe. Erinnern Sie sich noch an die Anfänge?

Das war in den Sommerferien 2009, als auf dem Schreibtisch von Heidi Anderes ein Flyer eines Eisfeldvermieters lag. Martin Salvisberg war damals als frisch gewählter Stadtpräsident als OK-Präsident vorgesehen, doch wir haben schnell erkannt, dass es eine Organisation braucht, um Sponsoren zu suchen. Es war ein Unter-OK des Verkehrsvereins, den ich damals präsidierte.

Dann sind Sie gar nicht wegen Ihrer Funktion als Leiter der Technischen Betriebe (heute REA) OK-Präsident?

Nein, aber man brauchte natürlich den Werkhof und die Technischen Betriebe wegen der Infrastruktur.

Erinnerungen gibt es sicher auch noch an die dritte Ausgabe – auch wenn die schmerzhaft sein dürften.

Ja, das war vor vier Jahren. Moderator Florian Rexer war damals als Väterchen Frost verkleidet und ich als russischer Fürst. Ich wollte mit dem Mädchen, welches Stéphane Lambiel die Blumen überreichte, aufs Eis. Ich vergass, die Kuvenschoner meiner Schlittschuhe auszuziehen und bemerkte, dass es so glatt ist. Ich schaute runter, verlor das Gleichgewicht und fiel auf meine Schulter.

War die Verletzung schwerwiegend?

Ich hatte mir die Schulter ausgekugelt. Zwar hatte es Helfer wie Doktor Burri, doch er wollte mir die Schulter nicht einrenken. Er befürchtete, es könnte Absplitterungen haben. Die Begrüssung habe ich noch gemacht. Erst danach ging ich ins Spital, um sie einzurenken.

Und danach nach Hause ins Bett?

Nein, ich fuhr wieder zurück zum Marktplatz, um im «Ochsen» mit Stéphane Lambiel zu Abend zu essen.

Stehen Sie nun jeweils mit einem mulmigen Gefühl auf dem Eis?

Nein, ich habe einfach vor zwei Jahren so einen Eishockeypanzer angezogen, den ich auch diesmal wieder anhatte. Einfach zur Sicherheit, rein mental.

Wurden Sie noch oft auf diesen Unfall angesprochen?

Jedes Mal, wenn ich aufs Eis gehe, fragen mich die Leute, ob ich die Schoner noch anhabe. Und natürlich war ich damals auch in der Fasnachtszeitung über zwei Seiten hinweg ein Sujet. Sogar die Mobiliarversicherung hatte ein Werbeplakat gemacht mit der Aufschrift «Ich nicht Lambiel – ich Spiess».

Sie werden Ende September 2018 pensioniert. Die Veranstaltung ohne Sie ist für viele nicht vorstellbar. Ist es Ihr letztes «Amriswil on Ice»?

Ich habe mich noch nicht geoutet. Ich halte mir das noch offen und sage weder Ja noch Nein. Wobei das OK mittlerweile breit abgestützt ist, unter anderen mit Daniel Bill und Hansjakob Laib, die beide sehr viel dazu beitragen. (man)