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«Ich erhielt auch keine Hilfe»

«Ich habe mir früher oft gedacht, dass ich in einem solchen alten Fischerhaus gerne wohnen würde, wenn es etwas gepflegter und schöner wäre», erinnert sich Elsi Schiess. Sie selbst habe jahrelang in einem älteren Haus gewohnt und sei daran gewöhnt.
Stephanie Martina
Rudolf Bauen (65)

Rudolf Bauen (65)

«Ich habe mir früher oft gedacht, dass ich in einem solchen alten Fischerhaus gerne wohnen würde, wenn es etwas gepflegter und schöner wäre», erinnert sich Elsi Schiess. Sie selbst habe jahrelang in einem älteren Haus gewohnt und sei daran gewöhnt. «Ich bin leider nicht mehr so auf dem laufenden, was die Romanshorner Unterkünfte angeht. Aber wenn solche Ferienhäuser benötigt werden, finde ich es eine gute Idee, die Häuser auf diese Weise zu nutzen», sagt die 83jährige Romanshornerin und fragt sich, wer die ganzen Umbauarbeiten bezahlen soll. Sie fordert, dass der Denkmalschutz nicht nur Anweisungen erteilt, sondern sich auch finanziell beteiligt. «In Romanshorn gibt es noch weitere Häuser, die baufällig oder sogar abbruchreif sind», hält Schiess fest und weiss von persönlichen Erfahrungen zu berichten. «Mein eigenes Haus, welches ebenfalls unter Denkmalschutz stand, wurde abgerissen, als beim Bau eines Nachbarhauses Leitungen im Boden zerstört wurden.»

«Machen hohle Hand»

«Diese Häuser sind ein Schandfleck für Romanshorn», meint Rudolf Bauen und fügt hinzu, dass die Renovation der Fischerhäuser viel zu teuer kommen würde. Denkmalschutz hin oder her: Er sehe den Abriss der Gebäude als einzige Lösung. Seiner Ansicht nach wäre das investierte Geld zum Fenster hinausgeworfen. «Was mich an der ganzen Sache am meisten stört, ist, dass die Eigentümer nur die hohle Hand machen, anstatt sich auch an der Finanzierung zu beteiligen. Ich selbst musste mein Haus, welches um 1520 erbaut wurde, auch auf eigene Kosten renovieren und dafür einen Kredit aufnehmen», hält Bauen fest. Er betont, dass ihm damals auch niemand geholfen habe, obwohl sein Haus wahrscheinlich das älteste von Romanshorn sei. «Ausserdem bin ich der Meinung, dass es doch gar nicht möglich ist, diese Häuser so umzubauen, dass sich darin Touristen wohl fühlen könnten», so der Romanshorner. Er wäre dafür, dass der jetzige Besitzer das Haus abreissen lässt und ein neues baut. «Ein weiteres baufälliges Gebäude, welches mich seit längerem stört, ist der alte Volksgarten, der unter Heimatschutz steht», berichtet Rudolf Bauen.

«Bähnlerdorf-Charakter»

«Wenn Romanshorn mit dem Slogan <Stadt am Wasser> werben möchte, müssen solche Gebäude aufgearbeitet werden. Ansonsten bleibt der Bähnlerdorf-Charakter noch ewig an der Gemeinde haften», hält Liliana Eisler fest. Sie kann sogleich an der Hafenstrasse ein bis zwei weitere Gebäude nennen, die dringend renoviert werden müssten. Das Vorhaben, die Fischerhäuser zu günstigen Unterkünften umzufunktionieren finde sie nicht schlecht. «Ich hoffe einfach, dass das auch wirklich umgesetzt wird», betont die 43jährige und fügt hinzu: «Schliesslich prägen die Gebäude das Ortsbild Romanshorns.» Aus ihrer Sicht sollten sich genügend Touristen finden lassen, die an einer solchen Unterkunft interessiert sind. «Romanshorn ist gut erschlossen und bildet einen sogenannten Knotenpunkt, was die Gemeinde interessant für Ferien macht», so Eisler. Ein Dorn im Auge sei ihr aber die Tatsache, dass sich auch der Steuerzahler an der Renovierung finanziell beteiligen solle, jedoch zu guter Letzt keinen Nutzen daraus ziehe. «Eine Möglichkeit wäre es, dass Romanshorner Einwohnerinnen und Einwohner diese Häuser für Bekannte und Verwandte zu einem günstigeren Tarif mieten könnten», schlägt sie vor.

«Keinen Grund für Erhalt»

«Es ist Zeit, diese Häuser endlich abzureissen», findet Rolf Oberhänsli. Dies, obwohl der Kanton genau das vor einigen Jahren verhinderte. Oberhänslis Ansicht nach gibt es zu wenig Touristen, die Interesse an einer solchen Unterkunft hätten. «Ich sehe keinen Bedarf dafür, da es in Romanshorn bereits genügend Angebote gibt», so der 64jährige. Er selbst habe mit einem der Eigentümer der beiden Fischerhäuser bereits eine Besichtigung der Häuser gemacht. «Ich habe in meinem Beruf mit Häusern zu tun. Und ich kann sagen, dass ich keinen Grund sehe, wieso die Häuser erhalten bleiben sollten», so der Inhaber der Romo Bauabdichtungen AG in Romanshorn.

«Sinnvoll»

«Wenn ich an den Häusern vorbeigehe, denke ich immer, wie schade es ist, dass diese so verkümmern und vernachlässigt werden», gesteht Daniela Schär. Es heisse doch immer, Romanshorn sei ein Durchgangsort und nicht ein Ort, um länger zu bleiben. Daher finde sie die Idee, daraus Ferienwohnungen für einen kurzen Aufenthalt zu machen, sinnvoll. «Vor allem bei Velofahrern könnte ich mir vorstellen, dass Interesse bestehen könnte», sagt die 37jährige Romanshornerin.

Liliana Eisler (43).

Liliana Eisler (43).

Rolf Oberhänsli (64)

Rolf Oberhänsli (64)

Elsi Schiess (83)

Elsi Schiess (83)

Stehen sie vor der Rettung? Die Romanshorner Fischerhäuser. (Bild: Daniel Walt)

Stehen sie vor der Rettung? Die Romanshorner Fischerhäuser. (Bild: Daniel Walt)

Daniela Schär (37).

Daniela Schär (37).

Rolf Oberhänsli (64).

Rolf Oberhänsli (64).

Rudolf Bauen (65).

Rudolf Bauen (65).

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