«Ich durfte nicht in den Fussballclub»

Nachgefragt

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Bea Metzger-Mettler trainiert die F-Juniorinnen des FC Münchwilen. Die 39-jährige Busswilerin spielte einst in der Nationalmannschaft, dank eines Stipendiums in den USA und war im Jahr 2000 sogar Schweizer Fussballerin des Jahres.

Frau Metzger, wie sind Sie zum Fussball gekommen?

Meine ganze Familie war fussballbegeistert. Ich habe schon früh viel in meiner Freizeit, aber auch in der Schule gespielt.

Aber nicht im Verein?

Ich verstand das damals selber nicht. In Fischingen, wo ich aufwuchs, war es normal, dass die Mädchen auch Fussball spielten. Doch als ich in den benachbarten FC Dussnang eintreten wollte, verbot es der Verein. Sie meinten, sie wollten keine Mädchen.

Heute undenkbar.

Zum Glück. Es waren andere Zeiten. Ich habe danach aber nie mehr Steine in den Weg gelegt bekommen.

Erleben Ihre F-Juniorinnen noch negative Reaktionen, weil sie spielen?

Vielleicht mal von einer Grossmutter, die sagt, dass sich das nicht gehöre für ein Mädchen. Das wird aber die letzte Generation sein mit dieser Meinung.

Der Ostschweizer Fussballverband möchte Mädchen früh in Bubenteams integrieren, damit sie sich an ein höheres Tempo gewöhnen. Was denken Sie?

Natürlich hilft das. Allerdings ist es nicht jedem Mädchen gegeben, sich in einer Gruppe von lauter Jungs wohl zu fühlen. Dies sollte aber nicht ausschlaggebend dafür sein, ob es Fussball spielt oder nicht. Deshalb sind Mädchenteams wichtig. (don)