Horner Angst vor Hochwasser

Das Gewitter der vergangenen Woche hat Anstösser des Hornbachs schwer getroffen. Sie fordern Sofortmassnahmen zum Schutz vor Hochwasser und zur Realisierung des Bachsanierungsprojekts.

Linda Müntener
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HORN. «Es ist ein Albtraum», sagt Urs Michel. Das heftige Gewitter der vergangenen Woche hat sein Einfamilienhaus in der Nähe des Hornbachs schwer getroffen. Mehrere Räume müssen totalsaniert werden, der Schaden ist immens. «Vom Gemeinderat hat niemand einen Schritt zu uns gewagt. Niemand hat sich nach den Schäden erkundigt», sagt Michel. Er ist enttäuscht. Und er ist nicht der einzige. Mehrere Anstösser melden sich an der Horner Bürgerversammlung am Montag in der Turnhalle zu Wort. Sie fordern Sofortmassnahmen zum Schutz der Bewohner. Und sie wollen konkrete Massnahmen, um das Sanierungsprojekt des Hornbachs, «bei dem auch nach zehn Jahren noch nichts passiert ist», endlich zu realisieren.

Eine Einsprache hängig

Gemeindepräsident Thomas Fehr zeigt «vollstes Verständnis für den Frust und Zorn» der Betroffenen. «Die Bachsanierung ist ein langwieriges Projekt.» 2011 habe der Gemeinderat das Projekt beim Kanton eingereicht, erinnert Fehr. Das Amt für Denkmalpflege erhob Einsprache. Der Gemeinderat intervenierte, sagt Fehr. «Wir waren nicht untätig.» 2013 habe der Gemeinderat das Projekt formell abgeschlossen. Heute liege noch eine Einsprache des Heimatschutzes vor. Dieser akzeptiere die Linienführung der Sanierung nicht. «Der Entscheid ist pendent», sagt Gemeindepräsident Fehr. Wann das Projekt realisiert wird, kann er nicht sagen, verspricht aber, «den Druck auf den Kanton aufrechtzuerhalten.» Im Budget der Gemeinde sei nach wie vor eine Million Franken für das Sanierungsprojekt enthalten.

Anwohner wollen mitreden

Die Forderung nach Sofortmassnahmen nehme er entgegen, sagt Fehr. Man werde das Bachbett auf Hindernisse überprüfen und diese entfernen. Den Votanten genügt das nicht. Denn die Angst vor einem Hochwasser ist gross. Für die Anstösser des Hornbachs beweist die aktuelle Situation, dass die Politische Gemeinde im Fall eines Hochwassers keinen Notfallplan hat. Die Horner Feuerwehr habe zwar bemerkenswerte Arbeit geleistet, sei für eine solche Katastrophe aber nicht gerüstet. «Es nützt nichts, zuzuwarten und Kosmetik zu betreiben», sagt ein Anstösser und kündigt an, keine Ruhe zu geben. Die Anwohner wollen involviert werden, wenn es um Sofortmassnahmen geht und sich dafür in einer Interessengemeinschaft stark machen. Das sei nicht die Lösung des Problems, antwortet Fehr.

Ja zur Rechnung

Der Rest der Versammlung geht zügig über die Bühne. Die Rechnung der Politischen Gemeinde schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 82 528 Franken. Dies entspricht einer Besserstellung um 468 678 Franken. Gründe für dieses Ergebnis sind höhere Steuereinnahmen sowie der Minderaufwand für die öffentliche Sozialhilfe. Die 123 anwesenden Horner genehmigen die Rechnung einstimmig. Somit wird der Überschuss der Reserve für Ausgabenüberschüsse zugewiesen. Diese beträgt danach 1,389 Millionen Franken.

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