HOHENTANNEN: Die Beerdigung eines Forstreviers

An der Jahresversammlung der Waldbesitzerkorporation Zihlschlacht ist das bisherige Forstrevier aufgelöst worden. Es ist jetzt Teil des erweiterten Reviers Aach-Thur-Sitter.

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Präsident Willi Brenner verabschiedet Revisor Heinz Laib. (Bild: Ernst Inauen)

Präsident Willi Brenner verabschiedet Revisor Heinz Laib. (Bild: Ernst Inauen)

Willi Brenner, Präsident der Waldbesitzerkorporation Zihlschlacht, leitete vor kurzem seine letzte Jahresversammlung in der Hirscheschür von Hohentannen. Die Männerriege Sitterdorf übernahm die Organisation und den Service im Saal. 110 stimmberechtigte Waldbesitzer kamen zur «Beerdigung» des bisherigen Forstreviers, die nach dem offiziellen Teil mit einer Mahlzeit abgeschlossen wurde.

Die bisherige Korporation zählte über 900 Waldbesitzer. Sie hatte eine Fläche von 984 Hektaren und entstand durch den Zusammenschluss der Reviere Sulgen und Zihlschlacht. Mit der Umstrukturierung und der Fusion von Zihlschlacht und Bischofszell erhöht sich nun die Fläche des neuen Reviers Aach-Thur-Sitter auf 1568 Hektaren.

Breite Zustimmung zum neuen Revier

Willi Brenner blickte in seinem Jahresbericht auf die Vorbereitung des Zusammenschlusses zurück. An der ausserordentlichen Versammlung vom 1. März 2016 sei die Auflösung der Waldbesitzerkorporation Zihlschlacht beschlossen und dem Zusammenschluss mit 159 gegen 10 Stimmen zugestimmt worden. Am 13. September erfolgte die Neugründung des Forstreviers Aach-Thur-Sitter, das seine Tätigkeit am 1. Januar diesen Jahres aufnahm. «Mich freut besonders, dass trotz der sehr grossen Unterschiede bei den Vermögenswerten der beiden Reviere (Zihlschlacht: 400 000 Franken, Bischofszell: 27 000 Franken) keine Bedenken über den Zusammenschluss aufkamen», sagte Brenner. Er rief die Besitzer auf, die Waldungen zu nutzen, aber auch zu pflegen, damit die nächste Generation und die Bevölkerung sich daran freuen können.

Die Auflösung der Korporation gab Anlass zur Ehrung des abtretenden Vorstands. Seit 2001 prüften die Revisoren Heinz Laib und Bernhard Sauter die Jahresrechnung. Ebenfalls seit sechzehn Jahren wirkten Präsident Brenner, die Vorstandsmitglieder Markus Keller, Hansruedi Lohri und Kassierin Annamarie Zeberli. Pius Angehrn, Ruedi Frieden, Hansjörg Altwegg und Stephan Steger ergänzten das Gremium. Sie alle erhielten ein Präsent. Vizepräsident Ruedi Frieden erwähnte in seiner Laudatio für Brenner die kollegiale Zusammenarbeit im Vorstand und die ehrenamtlichen Einsatzstunden. Zeberli, Steger, Frieden und Angehrn sind weiterhin im Vorstand des neuen Reviers tätig. Kreisforstingenieur Erich Tiefenbacher informierte über kantonale Richtlinien und Projekte. Der neue Revierförster Matthias Tanner stellte sich vor.

Hitzige Diskussion um Geocaching

In der Allgemeinen Umfrage löste das Thema Geocaching eine hitzige Diskussion aus. Dieser zunehmend ausgeführte Freizeitspass mit der Suche nach einem versteckten Schatz mittels GPS-Empfänger und Koordinaten lehnten einige Waldbesitzer strikte ab, andere sahen bei kurzen Einsätzen keinen Grund für ein Verbot. Sie forderten aber von den Veranstaltern eine Absprache mit dem zuständigen Förster. Der Bischofszeller Förster Jürg Steffen sagte: «Der Wald gehört allen. Dennoch ist Rücksichtnahme auf die Natur und das Wild gefordert. Wir bewilligen nur eintägige Events.» Dieses Votum fand bei einem Waldbesitzer vehementen Zuspruch.

Ernst Inauen

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

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