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HOHENTANNEN: «Das Feuer brennt noch in mir»

Als einziger offizieller Kandidat bewirbt sich Werner Minder um das Gemeindepräsidium. Der 55-Jährige hat Erfahrung in dieser Funktion und kennt auch die Verwaltungsarbeit sehr gut. Der Nachfolger von Christof Rösch wird am 4. März gewählt.
Georg Stelzner
Werner Minder, Gemeindeschreiber in Sirnach, möchte Gemeindepräsident von Hohentannen werden. (Bild: Reto Martin)

Werner Minder, Gemeindeschreiber in Sirnach, möchte Gemeindepräsident von Hohentannen werden. (Bild: Reto Martin)

Werner Minder, hatten Sie schon längere Zeit den Wunsch, die Stelle zu wechseln?
Diese Absicht hatte ich nicht. Als ich dann aber vor Weihnachten von externer Seite darauf angesprochen wurde, ob ich Interesse am Hohentanner Gemeindepräsidium hätte, habe ich begonnen, mir darüber Gedanken zu machen. Dabei habe ich gespürt, dass das Feuer für dieses Amt, das ich ja schon in Roggwil ausgeübt habe, nach wie vor in mir brennt. Ich habe mir gedacht: Mit meinen landwirtschaftlichen Wurzeln könnte ich zur Gemeinde Hohentannen passen.

Hätte Sie auch ein anderes Gemeindepräsidium gereizt?
Der Umstand, dass die freiwerdende Stelle in Hohentannen ist, hat eine Rolle gespielt. Aus meiner Zeit in der Sulger Gemeindeverwaltung kenne ich die Region und ein paar Leute in Hohentannen. Das Gebiet ist mir nicht nur vertraut, es gefällt mir auch.

Wie bewerten Sie den Umstand, dass Sie der einzige offizielle Kandidat sind?
Das stellt eine angenehme Ausgangslage dar, ist die Wahrscheinlichkeit, gewählt zu werden, so doch grösser als bei mehreren Kandidierenden. Ich würde aber auch eine Kampfwahl nicht scheuen. In Roggwil, wo ich gewählt wurde, und in Märstetten, wo ich ganz knapp gescheitert bin, gab es Mitbewerber.

Sie hatten schon recht viele Arbeitgeber. Wie lange würden Sie das Amt in
Hohentannen ausüben?

Mein Ziel ist es, die Funktion des Gemeindepräsidenten während zwei bis drei Amtsdauern aus- zuüben. Die bisherigen Stellenwechsel waren richtig, denn sie haben mich beruflich weiter- gebracht. Ich konnte viel lernen und profitiere jetzt davon.

Gehören Sie einer politischen Partei an?
Im Moment nicht. Sollte ich einmal einer Partei beitreten, dann wird es eine aus dem bürgerlichen Lager sein. Vordringlichen Charakter hat diese Frage für mich jedoch nicht.

Das Pensum des Hohentanner Gemeindepräsidenten wird im Stelleninserat mit 40 bis 50 Prozent angegeben. Das würde Ihnen wohl kaum reichen, oder?
Das ist so. Ich habe diese Problematik auch gegenüber der Wählerkommission zum Ausdruck gebracht. Ich würde eine Aufstockung des Pensums auf 80 bis 90 Prozent durch die Übernahme zusätzlicher Aufgaben anstreben. In Frage käme dafür zum Beispiel die Bauverwaltung, zumal die Person, die heute dafür zuständig ist, im nächsten Jahr pensioniert wird. Da ich in Sirnach eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr einzuhalten habe, könnte ich die Stelle in Höhentannen auf den 1. Oktober 2018 antreten.

Welchen Führungsstil pflegen Sie?
Einen kooperativen und kommunikativen. Mir ist es wichtig, die Ratskollegen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einzubeziehen. Das hat sich bewährt. Es ist wichtig, Leuten Verantwortung zu übertragen, denn dadurch werden sie motiviert und erbringen gute Leistungen.

Wie haben Sie Hohentannen als Aussenstehender bisher wahrgenommen?
Als ländliche Gemeinde, die nicht stillsteht, sondern sich kontinuierlich entwickelt. Am auffälligsten sind die Bemühungen um eine nachhaltige Energiepolitik. An der Gemeinde Hohentannen gefällt mir aber auch die Übersichtlichkeit. Hier kennen und grüssen sich die Einwohner noch. Das schätze ich sehr.

Würden Sie die Energiepolitik des jetzigen Gemeindepräsidenten fortsetzen?
Ja, das wäre durchaus in meinem Sinn. Ein Hauptaugenmerk würde ich aber auch auf die Ent- wicklung des Ortsbildes legen. Man muss Hohentannen und Heldswil, den beiden Dörfern der Gemeinde, Sorge tragen. Die Gemeinde soll zwar wachsen, aber massvoll; sie soll ihren heutigen Charakter behalten.

Hohentannen profitiert finanziell vom Kiesabbau, zahlt dafür aber einen Preis. Es gibt einen intensiven Lastwagenverkehr und Eingriffe in die Natur.
Ich habe anlässlich der Wählerversammlung gespürt, dass das ein höchst emotionales Thema ist, das viele Einwohner bewegt. Ich möchte mich dazu erst äussern, wenn ich das entsprechende Dossier genau kenne. Es geht darum, für alle Beteiligten die bestmögliche Lösung zu finden.

Die Gemeinde Sirnach kennt das Geschäftsleitungsmodell. Wäre das auch für Hohentannen eine Option?
In Sirnach haben wir mit dem Geschäftsleitungsmodell sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich glaube aber nicht, dass man in Hohentannen damit etwas entscheidend verbessern könnte. Es bestünde die Gefahr, dass der Verwaltungsapparat aufgebläht wird. Die Strukturen in Hohentannen sind schon jetzt effizient und die Entscheidungswege kurz.

Die Existenzberechtigung einer kleinen Gemeinde wird oft in einen Zusammenhang mit der Einwohnerzahl gestellt. Gibt es Hohentannen in zehn Jahren noch?
Ja, ich bin überzeugt davon und würde alles in meiner Macht Stehende tun, damit es so sein wird. Ich habe gemerkt, dass die Eigenständigkeit der Gemeinde in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert hat. Die Einwohner müssen aber durch ihre Einstellung und ihr Engagement dazu beitragen, dass die Gemeinde überlebt. Es wird wichtig sein, dass die jungen Leute in der Gemeinde bleiben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Wann wäre für Sie der Zeitpunkt gekommen, um über eine Fusion mit einer anderen Gemeinde nachzudenken?
Dieser Fall würde eintreten, wenn es nicht mehr gelingt, Personen für die Verwaltung und die Behörde zu rekrutieren. Dann wird es kritisch. Es ist daher sehr wichtig, die Einwohner zur Mitgestaltung ihres Wohnorts und ihrer Gemeinde zu animieren.

Der Gemeinderat Hohentannen ist derzeit ein reines Männergremium. Wie beurteilen Sie diesen Umstand?
Es ist nie schlecht, wenn in einer Behörde beide Geschlechter vertreten sind. Ich habe damit noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Früher oder später wird es auch im Gemeinderat Hohen- tannen wieder Frauen geben. Entscheidend sollte aber in jedem Fall die Qualifikation sein.

Wäre es Ihre Ambition, als Hohentanner Gemeindepräsident eine eigene Handschrift zu entwickeln?
Ich würde kreativ sein, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, auf welchen Gebieten. Es wäre mein Wunsch, dass Hohentannen nach meiner Zeit weiterhin als lebenstüchtige und liebenswerte Gemeinde wahrgenommen wird und meinem Wirken seitens der Bevölkerung Wertschätzung entgegengebracht wird.

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