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HOHE FLUKTUATION: Stadtverwaltung Romanshorn: 50 Mitarbeiter sind gegangen

Wechsel auf der städtischen Verwaltung: Auch aus Sicht von Stadtpräsident David H. Bon ist die Fluktuation hoch. Zu 14 Kündigungen kam es infolge Konflikten.
Tanja von Arx
Ein Grossteil der städtischen Angestellten arbeitet im Gemeindehaus an der Bahnhofstrasse. (Bild: Reto Martin)

Ein Grossteil der städtischen Angestellten arbeitet im Gemeindehaus an der Bahnhofstrasse. (Bild: Reto Martin)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

Rund 50 Mitarbeiter haben die Stadtverwaltung Romanshorn vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2017 verlassen. Rechnet man Mutterschaft, Pensionierung und Ähnliches weg, entspricht das einer Fluktuationsrate von 28 Prozent. «Auch aus unserer Sicht ist das hoch», sagt Stadtpräsident David H. Bon, der eine entsprechende Statistik auf Anfrage erstellen liess. Zum Vergleich: Per 1. Januar lag der Personalbestand bei 84 Angestellten. 58 Personen sind auf der Verwaltung tätig, 19 im Werkhof und auf Betrieben, dazu kommen sieben Lernende.

Grosse Herausforderungen durch neues System

Einige der Gründe sind unerfreulich, andere jedoch ein Lichtblick. Einerseits hat laut Bon ein Generationenwechsel stattgefunden. Das fortgeschrittene Alter vieler Mitarbeiter in Kombination mit Umstellungen betreffend die Pensionskasse habe eine Pensionierungswelle ausgelöst. Diese Entwicklung sei schon seit 2012 zu beobachten. Des Weiteren habe ein Grossteil den Absprung gewagt, um sich beruflich weiterzuentwickeln oder sich zu verändern. «Viele Junge haben ihre Anstellung bei uns als Sprungbrett genutzt.» Seien diverse Chargen besetzt, zeigten sich die Entwicklungsmöglichkeiten limitiert. Schliesslich seien grosse Herausforderungen durch ein neu eingeführtes System auf die Mitarbeiter zugekommen, sagt Bon.

Denn die städtische Verwaltung arbeitet seit Anfang Jahr papierlos. «Der grösste Teil der Abläufe geht elektronisch vonstatten», sagt Stadtschreiberin Bettina Beck. Die Prozesse werden über das Informatikprogramm Axioma zusammengeführt, das auf Geschäftsverwaltungen zugeschnitten ist. So sind etwa Baugesuche oder Geschäftsdaten einheitlich archiviert und jederzeit abrufbar. 2013 hatte die Geschäftsleitung eine umfassende Umstellung angestossen, es folgten Workshops. Neben dem Tagesgeschäft, das die Arbeitszeiten der Mitarbeiter schon ausfülle, habe das zu einer Mehrbelastung geführt. «Die Verwaltung ist schlank aufgestellt», sagt der Kommunikationsverantwortliche Rolf Müller.

Stadtentwicklung und Zivilschutz weniger betroffen

Vorhergegangen ist zudem die Einführung des Rechnungsmodells HRM2 und eine Rochade in der Ressortverteilung der Stadträte, denen die Abteilungen der Stadtverwaltung unterstellt sind. «Vor diesem Hintergrund waren unauflösbare divergierende Haltungen und Erwartungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht vermeidbar», sagt Bon. Gemäss Statistik haben unterschiedliche Auffassungen und Konflikte sowie ungenügende Leistungen zur Kündigung von 14 Personen geführt. Vergleicht man die Abteilungen, zeigt sich allerdings ein einheitliches Bild: Jeweils zwischen 20 und 24 Prozent der Mitarbeiter haben auf den sozialen Diensten, der Kanzlei und den Kontrollämtern, auf Finanzen und Steuern sowie Bau und Verkehr gewechselt. Andere Bereiche wie die Stadtentwicklung oder der neu regional organisierte Zivilschutz weisen eine Fluktuation von lediglich zehn Prozent auf.

Stadt kann Sparauftrag der Bevölkerung realisieren

Die Umstrukturierung ist nun soweit abgeschlossen. «Eine Konsolidierungsphase beginnt», sagt Bon. Es sei mit grösserer Stabilität zu rechnen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter sei signifikant gestiegen. «Der Aufbruch in eine neue Zeit ist geschafft. Darauf sind wir auch ein bisschen stolz.» Dank des neuen Systems sei man personell unabhängig. Im Falle von Krankheit oder Ferienabwesenheit eines Angestellten würden Arbeiten nicht blockiert. Und falls Dossiers etwa Teil eines Rechtsstreits seien und über Monate liegen bleiben würden, könne im Falle eines Mitarbeiterwechsels die Arbeit sofort wieder aufgenommen werden, sagt Bon. «Insbesondere können wir den Sparauftrag der Bevölkerung durch Kostenreduktionen realisieren.» Die Koordination von Stadtrat und Verwaltungen sei darüber hinaus zentral organisiert worden.

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