Hochzeit mit Hindernissen

Angela Gomes (braut) und Sonja Padula (brautmutter), Kreuzlingen
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Mit meinem Freund und meiner Familie planten wir seit Monaten unsere Hochzeit. Mitte September dieses Jahres sollte der schönste Tag unseres Lebens stattfinden. Uns war es ein Bedürfnis, auch kirchlich zu heiraten. Beim ersten Vorgespräch erklärte uns Herr Jehle, er werde nur einen Wortgottesdienst halten, keine Eucharistiefeier mit Kommunion, da er nicht wisse, ob auch nichtkatholische Gäste dabei wären. Wir fanden dies befremdend, da die Kirche ja eigentlich verkündet, vor Gott seien alle gleich. Herr Jehle aber macht in seiner Kirche klare Unterschiede.

Die Eltern hatten als Hochzeitsgeschenk eine hervorragende Sängerin engagiert. Sie sollte das «Ave Maria» singen, «Hallelujah», «The Power of Love» und «Sag es laut». Herr Jehle sagte, dass nur religiöse Lieder gesungen werden dürfen. Wir einigten uns mit der Solistin auf das «Ave Maria» und das «Hallelujah», obwohl für uns alle vier Lieder bedeutsam sind. Herr Jehle lehnte auch das «Hallelujah» ab, es sei zu wenig liturgisch. Unsere Enttäuschung war riesig. Die Vorfreude auf den schönsten Tag begann zu schwinden. Wir verstehen nicht, dass ein «Seelsorger» uns alles blockieren und diktieren wollte. Statt das Miteinander und die Ökumene zu pflegen, statt auf das einzugehen, was den (jungen) Menschen wichtig ist, werden diese vergrault. Das sind nicht nur Rückschritte, sondern Fehldeutungen des Christentums.

Vier Wochen vor der Hochzeit mussten wir entscheiden, ob wir überhaupt kirchlich heiraten sollten. Schliesslich erhielten wir vor ein paar Tagen den Segen Gottes in der Kirche St. Stefan in Emmishofen bei Pfarrer Josef Gander. Eine wunderschöne Feier mit unserer Sängerin und allen Liedern. Für uns ist Herr Jehle kein Repräsentant unserer Kirche St. Ulrich.

Angela Gomes (Braut) und Sonja Padula (Brautmutter), Kreuzlingen