Hochgefühl trotz Lampenfieber

Die A-cappella-Comedy-Truppe Bliss zeigte ihr neues Programm «Die Premiere» am Samstag in Münsterlingen zum Saisonstart des Kulturprogramms der Psychiatrischen Klinik. Mit Tom Baumann stand ein Einheimischer auf der Bühne.

Desirée Müller
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Gerhard Dammann, Direktor der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen, diskutiert mit Bliss-Bandmitglied Tom Baumann nach dessen Auftritt. (Bild: pd)

Gerhard Dammann, Direktor der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen, diskutiert mit Bliss-Bandmitglied Tom Baumann nach dessen Auftritt. (Bild: pd)

MÜNSTERLINGEN. Tom Baumann wagt vor dem Auftritt einen Blick in den vollen Saal. 340 Menschen freuen sich auf die Vorpremiere der neuen Show. Einmal tief durchatmen. Er erkennt viele ehemalige Schulkollegen und seine Familie. «Vor Heimpublikum zu spielen ist immer schwieriger», verrät Baumann später im Nach(t)gespräch mit dem Klinikdirektor Gerhard Dammann. Tom Baumann – in Bottighofen aufgewachsen – ist seit 2007 mit der A-cappella- Band Bliss unterwegs. Das Lampenfieber schlägt ihm aber noch heute auf den Magen. Mit einem fürstlichen Essen vor den Auftritten wird also nichts. Sobald er auf der Bühne steht, ist die Nervosität aber verfolgen. Er und seine fünf Kollegen gehen in ihren Rollen auf. Das Publikum ist begeistert, lacht und klatscht mit. Ein fulminanter Start zum Auftakt ins diesjährige Kulturprogramm der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. Die Story ist witzig. «Es hat mich fast verrissen vor Lachen», erzählt die Kulturbeauftragte der Klinik Seraina Perini Allemann nach dem Auftritt.

Geschichte mit rotem Faden

Die Geschichte, welche Bliss erzählen, handelt von ihrem Lieblingsfan Elvira. Diese vermacht den sechs jungen Männern ihr Vermögen. Und es geht um eine Premiere, die zu wünschen übriglässt. Zwei der Musiker erscheinen im Stück nicht rechtzeitig zum Konzert, weil sie im «Blue» in Kreuzlingen «verhocket» sind. «Es war beeindruckend, wie Bliss die lokalen Begebenheiten in ihre Geschichte mit einbezogen haben», sagt Perini-Allemann. «Sie passen perfekt in unser neues Programm.» Die Sänger sind gleichzeitig Schauspieler und Komiker. Ein herrlicher Mix. Die Geschichte hat einen roten Faden.

Die Akteure sind präsent auf der Bühne und kommen einfach sympathisch und authentisch rüber. «Die Gruppe harmonierte wunderbar zusammen», erzählt eine junge Besucherin. Die Besucher im Saal sind begeistert und die Künstler erhalten Standing Ovations.

Ehrliche Bekenntnisse

Tom Baumann strahlt. Er überzeugte nicht nur seine Angehörigen, sondern das ganze Publikum. Im anschliessenden Gespräch mit Klinikdirektor Gerhard Dammann wurde er zwischenzeitlich auch ernst. «Seine Erzählungen, wie er mit dem Lampenfieber umgeht, machten ihn menschlich», erzählt Perini Allemann. «Regelmässig improvisieren wir, weil etwas nicht ganz klappt. Das merkt das Publikum aber nie», sagt Tom Baumann und lächelt.

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