«Hirschen» soll nun rentieren

HOHENTANNEN. Vor allem von Amtskollegen werde er darauf angesprochen, dass er wohl einer der wenigen Gemeindeammänner sei, der ein Restaurant verwalte, sagt der Hohentanner Gemeindeammann Christof Rösch.

Urs Bänziger
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Die neuen Pächter: Daniel Jiménez (links) und Jürg Manser erfüllen sich mit dem Restaurant Hirschen einen beruflichen Traum. (Bild: Urs Bänziger)

Die neuen Pächter: Daniel Jiménez (links) und Jürg Manser erfüllen sich mit dem Restaurant Hirschen einen beruflichen Traum. (Bild: Urs Bänziger)

HOHENTANNEN. Vor allem von Amtskollegen werde er darauf angesprochen, dass er wohl einer der wenigen Gemeindeammänner sei, der ein Restaurant verwalte, sagt der Hohentanner Gemeindeammann Christof Rösch. Den Kauf des Gasthofs mit dazugehörender Scheune haben die Hohentanner beschlossen, als Rösch noch gar nicht in der Gemeinde wohnte. «Es war 1991, damals bot sich der Gemeinde die Gelegenheit, die Liegenschaft zu kaufen.» Die Hohentanner hätten die sich ihnen bietende Chance gepackt, um aus dem «Hirschen» ein Zentrum zu schaffen, sagt Rösch. In der «Hirscheschür» wurden der Gemeindesaal und die Gemeindeverwaltung eingerichtet, und das Wirtshaus sollte als solches wiederbelebt werden, nachdem es 15 Jahre als Kurszentrum gedient hatte.

Muss kostendeckend sein

Der Gasthof hat sich in den letzten Jahren nicht so entwickelt wie sich das die Gemeindebehörde vorstellt. Er sei für die Gemeinde eine Belastung, sagt Rösch. «Als Bestandteil des Finanzvermögens muss das Gasthaus kostendeckend sei. Es darf nicht mit Steuergeldern finanziert werden.» Das war bis jetzt nicht der Fall, denn die Defizite werden durch den Kiesfonds gedeckt. Der Fonds wird mit Einnahmen aus dem Kiesabbau in der Gemeinde gespiesen, doch allmählich seien die Reserven wegen den Aufwendungen für das Gasthaus aufgebraucht, sagt der Gemeindeammann. Von dieser Subventionierung profitierten nur noch wenige Hohentanner, denn der «Hirschen» sei keine Dorfbeiz mehr, wie er das am Anfang nach der Neueröffnung noch gewesen sei. Der langjährigen Wirtin wurde der Pachtvertrag auf Ende des Jahres gekündigt – aus «betriebswirtschaftlichen Gründen», wie der Gemeindeammann betont. Die Kündigung und die Tatsache, dass der Gasthof die Gemeindefinanzen belastete, haben zu reden gegeben. An der Budgetversammlung im Februar wurden Stimmen laut, die meinten, dass es besser wäre, den «Hirschen» zu verkaufen. Die Gemeinde könne sich den Unterhalt der unter Denkmalschutz stehenden Liegenschaft nicht leisten. Der Gemeinderat habe beides abgewogen und entschieden, den «Hirschen» zu behalten. «Wenn er rentiert, gibt es keinen Grund, den Gasthof zu verkaufen. Wieso ihn zu einem Zeitpunkt verkaufen, wenn er am schlechtesten rentiert?» Aus strategischen Überlegungen hätten der Gemeinderat und die «Hirschen»-Kommission die beste Entscheidung getroffen, so Rösch.

Bei diesem Entscheid eine Rolle gespielt haben Jürg Manser und Daniel Jiménez. Behörde und Kommission setzen grosse Hoffnungen in die neuen Pächter. «Aus 15 Bewerbungen waren sie die besten. Sie bringen berufliche Erfahrung mit, und in den Verhandlungen haben wir sofort gespürt, dass die beiden keine Phantasten sind, sondern Realisten, die betriebswirtschaftlich denken.»

Ein Nein gibt es nicht

Wie die neuen Pächter, die mit grossem Enthusiasmus ans Werk gehen, betonen, erfüllen sie sich mit dem Restaurant Hirschen einen Traum. «Wir sind im Gastgewerbe tätig und sind es gewohnt, viel und lange zu arbeiten. Jetzt wollen wir den Schritt in die Selbständigkeit machen.» Sie seien sich bewusst, dass keine leichte Aufgabe auf sie warte. «Wenn wir unsere Arbeit gut machen, dann kommen die Gäste auch.» Ihr Konzept beruhe auf guter Qualität in der Küche, einem freundlichen Service und einer Atmosphäre schaffenden Präsentation und Dekoration. «Wir sind für unsere Gäste da, das ist unsere Leidenschaft. Ein Nein gibt es nicht.» Als gelernter Koch wird Jürg Manser diese Leidenschaft vor allem in der Küche einbringen, während Daniel Jiménez im Service für das Wohl der Gäste besorgt ist.

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