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HIRNSCHRITTMACHER GEGEN PARKINSON: Meistens machen die Beine wieder mit

Anita Sauter leidet an Parkinson und hat sich deswegen vor drei Jahren einen Hirnschrittmacher implantieren lassen. Sie bereut den Eingriff keine Sekunde. "Es geht mir gut heute."
Markus Schoch
Die heute 58-jährige Romanshornerin Anita Sauter erhielt mit 46 Jahren die Diagnose Parkinson. (Bild: Reto Martin)

Die heute 58-jährige Romanshornerin Anita Sauter erhielt mit 46 Jahren die Diagnose Parkinson. (Bild: Reto Martin)

Es war ihre letzte Chance, und sie zu ergreifen, brauchte viel Überwindung. Am 23. Oktober 2014 liess sich Anita Sauter im Kantonsspital St.Gallen zwei Elektroden mit einem Durchmesser von etwa einem Millimeter ins Hirn einsetzen. Sie sind über ein Kabel unter der Haut an eine Batterie angeschlossen, die im Bauchraum aufgehängt ist und für etwa fünf Jahre den Wechselstrom liefert, der seither im Kopf der 58-Jährigen mit einer Spannung von 1,5 Volt fliesst.

Das Verfahren nennt sich tiefe Hirnstimulation (THS) und hat das Leben der Romanshornerin grundlegend verändert, die seit zwölf Jahren an Parkinson leidet. Sie muss nur noch die Hälfte der Medikamente nehmen, die sie am Schluss schluckte. Den Eingriff würde Sauter jedem empfehlen, der in der gleichen Lage ist wie sie und der dafür in Frage kommt. Auch wenn die Operation sehr schwer ist. Sie dauert rund zehn Stunden, der Kopf des Patienten ist fixiert, und er ist die meiste Zeit mehr oder weniger wach. Sauter selber verliessen am Schluss die Kräfte. Sie wollte nur noch, dass die Ärzte endlich aufhören.

Doch zu leiden, hat sich für sie gelohnt. "Meine Erwartungen haben sich voll erfüllt. Es geht mir gut heute." Doch Sauter tut auch einiges, damit ihre Tage hell bleiben. "Ich gehe jede Woche in die Ergotherapie und bin viel mit dem Velo unterwegs." Sie reize dabei immer wieder auch ihre Grenzen aus. "Ich mute mir manchmal zu viel zu mit der Folge, dass mein rechtes Bein einfach stehen bleibt." Sie brauche hin und wieder diesen Machtkampf mit ihrer Krankheit. "Auch wenn ich von Anfang an weiss, dass ich ihn verliere." Die Kraft dafür geben ihr die Familie und ihr Partner. "Ohne sie wäre es schwierig."

Gipfeltreffen auf dem Säntis

Seit zehn Jahren leitet Anita Sauter die Selbsthilfegruppe Jupp Säntis, die aktuell rund 50 Mitglieder aus der ganzen Ostschweiz im Alter zwischen 35 und fast 80 Jahren zählt. Jupp steht für Junge Parkinson-Patienten. Im Frühling gibt sie das Amt ab. Es sei Zeit, jemandem anderem mit neuen Ideen Platz zu machen. Ihren Abschied gibt Sauter am 11. April beim 4. Parkinson-Gipfeltreffen auf dem Säntis, das die Gruppe mit der Rehaklinik Zihlschlacht veranstaltet. Angesprochen sind in erster Linie Personen, die vor kurzem die Diagnose bekommen haben, an Parkinson zu leiden. Auf dem Programm stehen diverse Vorträge. Unter anderem redet Erika Forster, die Leiterin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St.Gallen, über das Leben mit der Krankheit und wo Betroffene Hilfe erhalten. Über den Stellenwert der regelmässigen psychologischen Begleitung von Parkinson-Patienten spricht Neurologe Stefan Hägele, der Sauter vor drei Jahren operierte. Geplant ist auch ein Podiumsgespräch mit den Referenten, Betroffenen und Angehörigen, das Stöff Sutter aus Romanshorn leitet. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 87 begrenzt.

Anmeldung bis zum 8. März sind zu richten an juppsaentis@bluewin.ch oder Telefonnummer 071 461 26 03. (mso)

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