Hilfestellung fürs Älterwerden

Altnau, Güttingen, Langrickenbach und Lengwil haben sich zusammengetan und ein Alterskonzept erarbeitet. Jede Gemeinde kann nun eine auf seine Senioren zugeschnittene Broschüre verteilen.

Nicole D'orazio
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Freuen sich über die vier gemeindespezifischen Altersleitbild-Broschüren: Monika Lerch, Hans Eberhardt, Claudia Ilg und Sandra Stadler. (Bild: Nana do Carmo)

Freuen sich über die vier gemeindespezifischen Altersleitbild-Broschüren: Monika Lerch, Hans Eberhardt, Claudia Ilg und Sandra Stadler. (Bild: Nana do Carmo)

ALTNAU. Gemeinsam geht es einfacher. Das dachten sich die Gemeinderäte Hans Eberhardt (Altnau), Sandra Stadler (Güttingen), Monika Lerch (Langrickenbach) und Claudia Ilg (Lengwil) und haben in der Gruppe ein Altersleitbild entworfen. «Die Gemeinden sind aufgerufen, auch ihren älteren Einwohnern gut zu schauen, sofern es Lücken im Angebot gibt», sagte Hans Eberhardt an der gestrigen Presseinformation im Gemeindehaus Altnau. «Die Gemeinden sollen dabei keine Detailarbeit machen, aber eine Auskunftsstelle sein.» Die Altersentwicklung spiele eine immer grössere Rolle, fügte Claudia Ilg an. Deswegen müsse man diese unter die Lupe nehmen.

Die Idee für eine Zusammenarbeit kam von Claudia Ilg. Ihre Kollegen aus Altnau, Güttingen und Langrickenbach haben sich dann beteiligt. «Je länger wir zusammenarbeiteten, desto begeisterter waren wir», sagte Eberhardt. «Die zeitliche Ersparnis war gross.» Die Gruppe habe sich eineinhalb Jahre Zeit gelassen und sich dabei achtmal getroffen. «Wir hatten sehr gute Diskussionen und sind schnell vorangekommen.» Man habe sich gegenseitig motiviert, fügte Sandra Stadler an.

Zuerst die Senioren befragt

Als erstes habe die Gruppe unter den älteren Dorfbewohnern mit Hilfe der Vereine und der Kirchgemeinden eine Umfrage gemacht, was diese für Erwartungen an ein Altersleitbild hätten, erklärte Eberhardt. «Als Senior habe ich mir natürlich selber überlegt, was ich denn alles brauche.» In Güttingen sei daraufhin ein Workshop mit gut 20 Teilnehmern organisiert worden. «Wir haben im Dorf verschiedene Gruppen, die sich mit dem Thema Alter beschäftigen», begründete Sandra Stadler. «Diese wollten wir in die Arbeit einbinden.» Mit dem Echo sei man sehr zufrieden gewesen. Die drei anderen Gemeinderäte waren am Workshop ebenfalls anwesend. «Wir haben das nur in einer Gemeinde gemacht, das genügt», sagte die Güttingerin.

Die vier Gemeinderäte haben sich in der Folge bereits bestehende Altersleitbilder angeschaut. Das von Bottighofen hat ihnen am meisten zugesagt. «Wir konnten teilweise Texte und das Konzept übernehmen», sagte Eberhardt. «Das hat uns natürlich sehr geholfen.» Jede der vier Gemeinden hat nun eine eigene Broschüre drucken lassen. «Viele Texte und Bilder sind identisch, doch gibt es Passagen, die genau auf die Gemeinden zugeschnitten wurden», erklärt er. Die Kosten belaufen sich pro Gemeinde auf je 3000 Franken.

Adressen mit grossem Nutzen

Den Broschüren beigelegt ist eine Sammlung von wichtigen und nützlichen Adressen für Senioren. «Aus der Umfrage ist hervorgegangen, dass sich die Leute eine Auskunftsstelle sowie eine Adressenübersicht wünschen», sagte Eberhardt. Das habe man sofort umgesetzt. «Diese Listen kann man auch alle online finden. Dort werden sie aktualisiert», ergänzte Monika Lerch.

Der Wunsch nach altersgerechtem Wohnen haben die Senioren in der Umfrage nicht geäussert. «Heutzutage wird modern und zugleich altersgerecht gebaut», sagte Eberhardt. Die vier Gemeinden hätten zudem keine finanziellen Möglichkeiten, ein eigenes Projekt für Wohnen im Alter zu realisieren. «Wir sind deswegen auf Private angewiesen. Deren Projekte würden die Gemeinden aber unterstützen, vor allem administrativ», meinte Sandra Stadler.

Seniorenräte geplant

Ein grosses Anliegen der Senioren sei der Wunsch nach Integration ins Dorfleben, sagte die Güttingerin weiter. «Mit kleinen Dingen wie der Mithilfe beim Mittagstisch für Schüler funktioniert das gut.» Auch gebe es eine Gruppe, die in Güttingen einen Seniorenrat ins Leben rufen möchte. «Das gilt auch für Lengwil. Mit einem Seniorenrat möchten wir die Bevölkerung animieren, sich zu beteiligen.»

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