HEV: Zeiger wieder auf Null gestellt

ARBON. Einen Schlussstrich unter die Buchhaltungsaffäre hat die Mitgliederversammlung des Hauseigentümerverbandes, Sektion Arbon, gezogen. Weil Belege fehlten, gibt es in der nachlässig geführten Buchhaltung der Geschäftsstelle keine Transparenz.

Max Eichenberger
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Bereits aufgehoben: Geschäftsstelle in der Altstadt. (Bild: Max Eichenberger/Archiv)

Bereits aufgehoben: Geschäftsstelle in der Altstadt. (Bild: Max Eichenberger/Archiv)

«Wir haben die richtigen Schlüsse gezogen. Jetzt gilt es, in die Zukunft zu schauen», sagte Präsident Jürg Brunner. Im katholischen Pfarreisaal erhielt der Vorstand die von Luzi Schmid gewünschte «Absolution», weitermachen zu können. Dennoch wollten ihm nicht ganz alle Mitglieder Décharge erteilen. «Wir können nur in Aussicht stellen, dass wir es künftig besser machen werden», betonte Brunner.

Zu lange gewähren lassen

Der Vorstand räumte ein, dass er den Geschäftsstellenleiter zu lange gewähren liess. Dieser hatte in der Buchhaltung ein Chaos hinterlassen, ehe er dann selbst den Hut nahm. In der Buchführung waren Ungereimtheiten zum Vorschein gekommen, bekamen die HEV-Mitglieder von Brunner in der Rückblende bestätigt. Genau konnte aber nicht lückenlos eruiert werden, welches das Ausmass der Verfehlungen ist. Dies, weil schlicht Belege gefehlt hätten und die vernachlässigte Buchhaltung der Geschäftsstelle darum zum Teil nur mutmassend habe nachgeführt werden können.

«Kein Schaden für Mitglieder»

Immerhin könne man festhalten, dass «materiell kein Schaden für die Mitglieder entstanden» sei, versicherte Luzi Schmid. Der Vorstand hatte Anfang Jahr erst eingegriffen, als er im Blick auf die ordentliche Revision «ein mulmiges Gefühl» hatte. «Im Sinne einer Hilfestellung» gegenüber dem Geschäftsstellenleiter habe der Vorstand im Januar eine Vorprüfung angeordnet, damit es dann beim ordentlichen Revisionstermin keine böse Überraschung gebe. Der Geschäftsstellenleiter hatte sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen und gab darauf seinen Rücktritt als Geschäftsstellenleiter und Kassier.

Einen Kassabestand wurde keiner mehr vorgefunden. Auch musste der Vorstand Abschreibungen vornehmen – in welcher Höhe, ist öffentlich nicht bekannt.

Vorstand verzichtet auf Spesen

Sämtliche HEV-Guthaben gegenüber dem Geschäftsstellenleiter seien aber zurückgeflossen. Ein Bericht über die Arbeit der Geschäftsstelle liegt nicht vor.

Der Vorstand, der buchhalterisch nachführte, was er nachführen konnte, verzichtete auf seine Spesenentschädigung, damit in der Rechnung 2011 noch ein Vorschlag von gut 4000 Franken ausgewiesen werden konnte. Damit leistete er Abbitte für das eingestandene Versäumnis, nicht früher auf den Geschäftsstellenleiter zugegangen zu sein.

Eine ordentliche Prüfung der Rechnung sei nicht möglich gewesen, konstatierten die Revisoren: «Ein detaillierter Nachvollzug der Buchhaltung konnte nicht gemacht werden.»

«Haben jetzt Überblick»

Trotz der publik gewordenen Wirren konnte der HEV seine Mitgliederzahl (1130) halten. Jetzt sind sozusagen die Zeiger auf Null gestellt worden. Brunner: «Wir haben jetzt den Überblick über die Rechnung wieder.» Verschiedene Massnahmen hat die HEV-Sektion Arbon ergriffen. Die Aufgaben im Vorstand sind neu verteilt worden. Finanzressortchef Cyrill Stadler nimmt künftig nun die Funktion des Kassiers wahr. Operiert wird nur noch mit Kollektivunterschrift.

Beratung ausgelagert

Der Geschäftsstellenleiter, der demissioniert hat, wird nicht ersetzt, die eigene Geschäftsstelle aufgehoben. Die HEV-Sektion Arbon lagert die bisher angebotenen Dienstleistungen aus: Beratungen werden künftig durch den Partner HEV St. Gallen wahrgenommen. Ab Mai wird zudem Cyrill Zumbühl vom Rechtsdienst des HEV St. Gallen – auf Anmeldung – in den Räumen der Kantonalbank eine Sprechstunde anbieten.

Weil in der Budgetdiskussion der hohe Betrag für das HV-Essen moniert worden ist, erklärte sich spontan der neue Partner bereit, diese Kosten zu übernehmen – und die Mobiliar die Getränke. So musste denn beim Buffet niemand ein schlechtes Gewissen haben, die eigene Kasse zu strapazieren. Und Spielraum gibt es zudem für die Organisation der Delegiertenversammlung vom 7. Mai in Roggwil.

Luzi Schmid warb abschliessend noch für die Annahmen der HEV-Bauspar-Initiative, worüber am 17. Juni abgestimmt wird.

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