Hess: «Pläne sind konkret»

ROMANSHORN. Der Amriswiler Unternehmer Hermann Hess fühlt sich vom Romanshorner Stadtrat hingehalten im Zusammenhang mit seinen Plänen für ein Hotel am Hafen. Langsam geht ihm die Geduld aus.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Ein Hotel am Hafen und die Schifffahrt würden voneinander profitieren, ist sich Hermann Hess sicher. (Bild: pd)

Ein Hotel am Hafen und die Schifffahrt würden voneinander profitieren, ist sich Hermann Hess sicher. (Bild: pd)

Hermann Hess ist irritiert. Seit vier Jahren redet er davon, dass er gerne ein Hotel auf dem ehemaligen Güterschuppenareal am Romanshorner Hafen bauen würde. Mit dem Stadtrat ist er deswegen im ständigen Gespräch, vor allem seit Romanshorn im letzten Jahr die Parzelle an schönster Lage von den SBB gekauft hat. Gestern nun musste der Amriswiler Unternehmer in der Thurgauer Zeitung zu seiner Überraschung lesen, dass der Romanshorner Stadtpräsident David H. Bon sein Projekt als Vision bezeichnet.

Visionen seien Wahrnehmungsstörungen, und die habe er nicht, sagt Hess. Er baue keine Luftschlösser. «Unsere Pläne sind sehr konkret», stellt er klar. «Wir wissen, was wir in Romanshorn wollen. Wir haben das nötige Kapital und bringen einschlägige Erfahrungen mit.» Die Hess Investment Gruppe habe in Affoltern am Albis das Holiday Inn Express geplant und im Oktober 2013 eröffnet. Das 3-Sterne-Haus laufe sehr gut, sagt Hess.

Der Unternehmer würde nach wie vor gerne auch in Romanshorn beweisen, dass er ein Hotel betreiben kann. Und zwar lieber heute als morgen.

Hermann Hess. (Bild: Reto Martin)

Hermann Hess. (Bild: Reto Martin)

Geht nicht vorwärts

Doch irgendwie sei der Wurm drin. Es gehe einfach nicht vorwärts, sagt Hess. «Ich habe das Gefühl, dass wir auf die lange Bank geschoben werden.» Die Aussage von Bon passe in dieses Bild. Hess versteht nicht, warum ihm die Verantwortlichen nicht mehr Entgegenkommen zeigen. An anderen Orten bemühe man sich jeweils stark um ihn, wenn er etwas bewegen wolle.

Die Stadt habe zwar ein sogenanntes Werkstattverfahren mit internen und externen Fachleuten angekündigt, in dem geklärt werden soll, wie es auf dem Güterschuppenareal weitergeht. Doch sei der Prozess ins Stocken geraten. Er bedaure diese Entwicklung. «Wir würden uns der Diskussion gerne stellen», sagt Hess. Beim Standort könne er allerdings keine Kompromisse machen. Die unmittelbare Nähe zu Bahnhof und Wasser sei zentral. Ein Bauplatz beispielsweise an der Zugangsstrasse zur Fähre hinter den Silos komme für ihn nicht in Frage. Auch wenn die Stadt das Gebiet mit einer Unterführung als direkte Verbindung zur Stadt besser erschliessen wolle. «Das kann noch Jahrzehnte dauern.»

Geduld nicht grenzenlos

Seine Geduld sei nicht grenzenlos, macht der Unternehmer klar. «Ich habe nicht unendlich viel Zeit.» Irgendwann komme der Punkt, wo er sagen müsse: Dann lassen wir es halt, sagt Hess. Arbeit habe er mit seinem Immobilienunternehmen genug. «Wir wachsen stark im Raum Zürich und in Stuttgart.»

Einfach würde ihm der Entscheid allerdings nicht fallen, seine Tourismuspläne in Romanshorn aufzugeben. Denn Hess ist auch Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt AG, die in den letzten Jahren viele Millionen am Hafen investiert hat. «Das Hotel würde gut zur Schifffahrt passen. Es gäbe sicher Synergien, die genutzt werden könnten.» Stark profitieren vom Hotel würde aber auch die Stadt, ist Hess überzeugt: Die Läden etwa hätten mehr Kunden, die sie so dringend brauchen würden.