Herzstück Hafen

Expo, Hotel, Massivlagerhaus: Diese Themen bewegten 2015 die Hafenstadt. Romanshorn hat eine rasante Entwicklung hinter sich, und sie dürfte 2016 so weitergehen.

Tanja von Arx
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ROMANSHORN. Es war ein goldenes Jahr für die Stadt Romanshorn, und das liegt nicht zuletzt an ihrem Herzstück, dem Hafen. Einiges hat sich getan, und vieles ist in Planung: Die Hafenplattform, woran die Stadt 600 000 Franken zahlte, und das Hafenrestaurant haben eröffnet. Der Leuchtturm soll eine Seeplattform mit Steg erhalten – im Rahmen der Expo 2027. Die Konzeptmacher haben die Hafenstadt zum Thurgauer Hauptstandort erkoren. «Eine Chance für die Entwicklung», sagt Stadtpräsident David H. Bon.

Die Stadt in 25 Jahren

Zeitgleich hat der Stadtrat den kommunalen Richtplan vorgestellt, der die Stadtentwicklung für die nächsten 25 Jahre regelt. Eine neue Fussgänger- und Velounterführung soll südlich des Bahnhofs im Rahmen des Aggloprogramms entstehen. Sie verbände das Gelände hinter dem Massivlagerhaus mit der Innenstadt. Hinter dem Massivlagerhaus, gegen die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS), ist ein neues Quartier geplant, und im Gebiet Hof sieht der Stadtrat eine SBB-Haltestelle vor.

Nach Jahren fand sich für das Massivlagerhaus ein Käufer. Die PES Innovation AG mit Sitz in Herisau will dreissig Millionen Franken in das drei Stockwerke hohe Gebäude von 3000 Quadratmeter Fläche investieren, das sich seit 2006 im Besitz von Privaten befand. Geschäftsführer Peter Schnückel sieht eine Mischnutzung etwa mit Restaurants, Läden und öffentlich zugänglichen Räumen im Erdgeschoss und Wohnungen in den oberen Geschossen vor.

Die Hotelfrage würde durch die Expo-Besucher dringlicher, sagt Bon. Die Stadt hat nächsten Juni eine Abstimmung über den Verkauf von etwa 3000 Quadratmeter Land in der Kurve der Hafenpromenade an Hermann Hess angekündigt. Der Investor will das grösste Dreisternehotel im Kanton mit 120 Zimmern und einem Saal für 500 Personen bauen. Kritik hat hervorgerufen, dass sich das Vorhaben in einer Zone befinde, die nur Bauten mit zwei Stockwerken zulasse. Eine Sondergenehmigung wäre nötig. Knackpunkte, die es zu lösen gilt, sind, ob Hess das Land im Baurecht erhält oder es kaufen kann, wie gross die Bauparzelle ist und wie hoch der Preis.

Hermann Hess' Glanzlicht

Auch Hess' Bodensee-Schifffahrt war 2015 ein Glanzlicht: Die Thurgauer Wirtschaft verlieh ihr den Motivationspreis, der mit 10 000 Franken dotiert ist. Gleichzeitig kürte die Regionalplanungsgruppe die SBS zur Oberthurgauerin des Jahres. Gründe waren die bedeutenden Investitionen von 23 Millionen Franken in den letzten fünf Jahren, das neu gestaltete Verwaltungsgebäude und die Sanierung der Werft. Die Schifffahrt sei ein gewichtiger Teil der Verkehrsinfrastruktur.

Weniger erfreulich war indes die angekündigte Schliessung des Romanshorner Zollamtes, ist doch der Zoll essenziell für den Fährbetrieb, erspart Lastwagenfahrern Umwege und entlastet die verstopften Routen nach Bregenz und nach Konstanz. Des weiteren ist die Zukunft des Schlosses geheimnisumwoben. Die Towit Machinery will es dem Vernehmen nach für rund 15 Millionen Franken verkaufen und steht auch schon mit Interessenten in Kontakt. Ein Wahrzeichen von Romanshorn könnte verlorengehen.

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