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Herber Rückschlag für Tägerwilen

TÄGERWILEN. Das altehrwürdige Schulhaus Hauptstrasse kann nicht wie geplant und vom Volk bewilligt saniert und erweitert werden. Die Denkmalpflege hat zu viele Vorbehalte. Das Projekt muss überarbeitet werden.
Martina Eggenberger Lenz
Frontansicht des 150jährigen Schulhauses Hauptstrasse. (Archivbild: Donato Caspari)

Frontansicht des 150jährigen Schulhauses Hauptstrasse. (Archivbild: Donato Caspari)

Die Nachricht ist ein Dämpfer für die Einwohner von Tägerwilen, insbesondere für die Schüler: Die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Hauptstrasse muss warten. Die kantonale Denkmalpflege lehnt das ausgereifte Bauprojekt ab. «Leider Gottes ist es schlimmer, als wir befürchtet haben», sagt Baukommissionspräsident Daniel Heidegger.

Die Denkmalpflege kritisiere nicht nur die Ausmasse des Anbaus an der Rückseite des Schulhauses, sondern zusätzliche Punkte. Insbesondere die Art und Weise der Architektur und deren Einfügung in die Umgebung sei für die Denkmalpflege ein Problem. Diskutiert habe man auch über die Struktur der Klinkerstein-Fassade des geplanten Erweiterungsbaus oder den Lichteinfall im alten Treppenhaus.

Fachperson soll's richten

Vieles bleibt für den Baukommissionspräsidenten aber auch nach dem Gespräch mit der Vertreterin der Denkmalpflege vage. Man sei angehalten worden, eine Fachperson aus dem SIA-Gestaltungsbeirat – einem fachlich ausgewiesenen, unabhängigen Gremium – beizuziehen.

Dabei haben die Schulbehörde und die Baukommission von sich aus einen Vorschlag zur Verkleinerung des Anbaus präsentiert – eben weil man vermutete, dass dessen Grösse für die Denkmalpflege Stein des Anstosses sein könnte. «Gegenüber der Machbarkeitsstudie haben wir die Breite von fast 14 auf 12 Meter reduziert», sagt Daniel Heidegger. Man hätte die Reduktion in Kauf genommen, obwohl der Anbau damit für richtige Schulzimmer zu klein geworden wäre. «Mit der Folge, dass wir das ganze Raumprogramm überarbeiten müssen, weil wir so nur noch Gruppenräume, sanitäre Anlagen und den Lift in den Erweiterungsbau integrieren können.»

Kein Baubeginn ist in Sicht

Dass das Bauprojekt für die Denkmalpflege nicht bewilligungsfähig ist, wissen die Beteiligten seit Donnerstag. Aber welche genauen Folgen das nun für die Tägerwiler hat, ist offen. Ein Baubeginn im Frühling und Bezug per Schuljahr 2016/2017 steht nach der Absage nicht mehr zur Debatte. «Die Projektüberarbeitung braucht zusätzlichen zeitlichen und personellen Aufwand», erklärt Daniel Heidegger.

Das Schuljahr 2016/2017 müsse man auf jeden Fall mit den bestehenden Strukturen bestreiten.

Immerhin befürchtet der Baukommissionspräsident keine riesigen Mehrkosten gegenüber dem von den Stimmbürgern gesprochenen Kredit von 5,1 Millionen Franken. «Was wir jetzt für höhere Planungskosten brauchen, sparen wir später durch einen kleineren Baukörper wieder ein.»

Ablauf war korrekt

Trotz der unglücklichen Ausgangslage will sich Daniel Heidegger den Vorwurf, die Behörde sei mit dem Schulhausprojekt zu früh vors Volk gegangen, nicht gefallen lassen. Die Denkmalpflege sei von Anfang an informiert gewesen und einbezogen worden. Die Vertreter hätten die Machbarkeitsstudie gesehen und seien unlängst zu einem Workshop zur Ausarbeitung des Baugesuchs eingeladen gewesen. «Wir haben alle notwendigen Abklärungen seriös getroffen.» Eine verbindliche Aussage der Denkmalpflege gebe es nun einmal erst bei der Baubewilligung. Ausserdem sei es nicht möglich, ein Baugesuch aufzulegen, bevor man den Kredit dafür beim Volk eingeholt habe.

Den Kopf in den Sand stecken will der Baukommissionspräsident trotz allem nicht. «Es ist und bleibt das Hauptziel der Behörde und der Kommission, eine dauerhafte und schöne Lösung für das Schulhaus Hauptstrasse zu finden. Wir sind bereit, hierfür weiter Energie zu investieren.»

Modell des geplanten Anbaus an der Rückseite des Hauses. (Bild: pd)

Modell des geplanten Anbaus an der Rückseite des Hauses. (Bild: pd)

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