Heisse Boliden rasen durchs Dorf

KESSWIL. In Kesswil gab es am Samstag aussergewöhnliche Gefährte zu sehen: Zum 20-Jahr-Jubiläum der IG Lista Office führte das Dorf ein grosses Seifenkisten-Plauschrennen durch.

Bianca Binder
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Die Rampe ermöglicht den Teilnehmern einen rasanten Start in ihrer Seifenkiste. 130 Piloten sausten mit ihren Gefährten durch das Dorf. (Bilder: Bianca Binder)

Die Rampe ermöglicht den Teilnehmern einen rasanten Start in ihrer Seifenkiste. 130 Piloten sausten mit ihren Gefährten durch das Dorf. (Bilder: Bianca Binder)

«Hoffentlich passt mein Hintern beziehungsweise mein Bauch noch in die Seifenkiste rein», tönte es am Samstag in Kesswil. Zugelassen zu dem Plauschrennen waren nämlich diesmal auch die ehemaligen Seifenkistler. Der Älteste unter den Teilnehmern hatte immerhin Jahrgang 1946.

Emotionen und Erinnerungen

Bei den regulären Rennen dürfen Fahrer maximal 16 Jahre alt sein.

«Dass wir heute auch fahren dürfen, freut mich deshalb ungemein», sagt der ehemalige Seifenkistenfahrer und Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Werner Heusser. «An diesem Datum vor genau 20 Jahren haben wir bei einem Teller Spaghetti in der Raststätte Würenlos die IG gegründet», so Heusser. Seine Söhne seien beide auch Seifenkiste gefahren und hätten ihn zur Teilnahme am Rennen in Kesswil überredet.

Der Tag war nicht nur bei ihm geprägt durch Emotionen und Erinnerungen: An jeder Ecke hörte man Geschichten über Konkurrenten, Unfälle, Siege und vergangene Rennen.

Überraschung vor Startschuss

«Als die IG uns wegen dem Seifenkistenrennen angefragt hat, haben wir sofort zugesagt», sagt Joey Geering, Präsident des Organisationskomitees. Es sei immer schön, wenn im Dorf etwas los sei: «Früher gab es in Kesswil immer ein Seifenkistenrennen», so Geering.

Die meisten Vereinsmitglieder mussten früh aus den Federn: Rennstrecke sichern, Festbeizen einrichten und noch viele kleinere Arbeiten mussten vor dem Rennen erledigt werden. Kurz vor dem Startschuss des Rennens die Überraschung: Die Startrampe mitsamt Zeitmessung, Lautsprechern und Waage waren nicht an ihrem Platz. Der Grund dafür: Der Fahrer hatte verschlafen.

«Lob an die Dorfvereine»

Kurze Zeit später war aber alles an seinem Platz und das Rennen mit über 130 Fahrerinnen und Fahrern konnte losgehen. Am Nachmittag gab es ein Showprogramm. Die Zuschauer konnten richtig heisse Boliden bestaunen: Eine Tesla Roadster Sport, ein Oldtimer, ein Lamborghini Gallardo und weitere Rennwagen fuhren vor. «Ein grosses Lob an die Dorfvereine. Das hat prima funktioniert», freute sich Jakob Keller, Präsident des IG-LO-Seifenkisten-Derbys.

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