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HEFENHOFEN: Mit öligen Händen auf der Rennbahn

Corinne Pflug macht Männern Konkurrenz - im Rennauto. Die Thurgauerin ist Amateur-Rennfahrerin. In diesem Sommer bestreitet sie ihre zwei Saisons auf nationaler Ebene. In drei Wochen geht die 27-Jährige mit ihrem Toyota Corolla AE92 in Frauenfeld an den Start.
Hanspeter Ryser
Corinne Pflug nimmt ihr Rennauto, einen Toyota Corolla AE92, selbst auseinander. (Bild: Hanspeter Ryser)

Corinne Pflug nimmt ihr Rennauto, einen Toyota Corolla AE92, selbst auseinander. (Bild: Hanspeter Ryser)

HEFENHOFEN. «Ich habe nie mit Puppen gespielt», sagt Corinne Pflug. «Viel lieber liess ich mein ferngesteuertes Auto herumkurven.» Jetzt, im Alter von 27 Jahren bevorzugt die gelernte Drucktechnologin aus Hefenhofen echte Autos, im besonderen Rennautos. Auf den schweizerischen Rennplätzen ist Corinne Pflug nicht als Zuschauerin, sondern als Pilotin gefragt. In zwei Wochen stellt die Thurgauerin auf der Frauenfelder Allmend ihre Fahrkünste mit ihrem Toyota Corolla AE92 unter Beweis.

Vor fünf Jahren hat Corinne Pflug zum ersten Mal Rennluft geschnuppert. In diesem Jahr bestreitet sie ihre zweite Saison auf nationaler Ebene. Im letzten Jahr hat sie 13 Rennen der Schweizer Meisterschaft gefahren – Bergrennen und Slaloms – und dabei nicht nur fahrerisch dazugelernt, sondern auch die familiäre Atmosphäre auf den Rennplätzen schätzen gelernt.

Reifenwechseln inklusive

Wie kommt eine attraktive junge Frau dazu, sich im Rennoverall mit Helm ins Cockpit eines Rennsportwagens zu setzen und Wochenende um Wochenende mit den vornehmlich männlichen Konkurrenten um die Wette zu fahren? Macht es denn Spass, mit öligen Händen am Fahrzeug zu schrauben und auch gleich die Reifen eigenhändig zu wechseln?

«Ja klar macht das Spass», betont Corinne Pflug. Und die Frage nach dem Warum lässt sich ebenso leicht beantworten: Wenn Vater Valentin Pflug als gelernter Maschinenmechaniker an seinen Oldtimern herumschraubte, half die Tochter mit. Nach und nach wurde sie so mit dem Innenleben eines Fahrzeugs vertraut. Und schon bald ging sie mit dem Vater auf die Go-Kart-Bahn. «Autos sind von klein auf ein Teil von mir.» Das familiäre Faible für Motoren machte also auch vor Corinne Pflug nicht halt. Und so ist es in der Tat nicht verwunderlich, dass sie sich in ein Auto verliebte: den Toyota Corolla AE92.

Auf Liebhaber gewartet

Dieser Toyota ist ein kleines, unscheinbares Ding, das auf dem Hof eines Händlers schon leicht angerostet auf einen Liebhaber wartete. «Er gefiel mir auf Anhieb, und ich wusste, den will ich haben!», schwärmt die 27-Jährige. Mit Hilfe ihres Vaters baute Corinne Pflug das Auto auf und verwandelte es in ein renntaugliches Fahrzeug.

Die Thurgauer Jungpilotin hat letzte Saison in der Interswiss Trophy vor allem Siege gegen sich selbst gefahren – was bedeutet, dass sie bessere Zeiten als im Vorjahr realisieren konnte. Schritt für Schritt tastet sie sich voran und arbeitet hart an ihrem Fahrstil, denn das ist letztlich das Entscheidende, um an die Spitze zu gelangen. Ihr «Rennplatz-Papa» und Vorbild Andy Lanz, der mit einem ähnlichen Toyota – einem AE86 – rennmässig erfolgreich unterwegs ist, zeigt der Thurgauerin, wie man die Rennstrecken mit Respekt angeht und dann kontinuierlich am Fahrstil feilt, bis man wirklich konkurrenzfähig ist.

Wer Rennen fährt, verhält sich in aller Regel automatisch rücksichtsvoll im Strassenverkehr. Für Corinne Pflug, die die Möglichkeiten ihres Autos auf der Piste ausloten kann und dabei ihre eigenen Grenzen kennenlernt, ist klar, dass im modernen Strassenverkehr diszipliniertes Verhalten Pflicht ist. «Ich brauche keine Adrenalinschübe auf der Strasse, denn einerseits muss man sein eigenes Fahrzeug beherrschen, anderseits aber das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer einkalkulieren.»

Teamgeist ist wichtig

Mit Rolf Jungi (Citroën Saxo) und Yannick Clénin (Renault Clio) bildet Corinne seit letztem Jahr das Team JUHE-Motorsport. Teamgeist ist im Amateur-Motorsport wichtig, denn man hilft sich nicht nur gegenseitig, sondern geniesst zusammen eben auch die geselligen Momente im Fahrerlager. «Momente wie jene beim Bergrennen Gurnigel möchte ich nicht missen. Es gefällt mir, mit den anderen Fondue zu essen und gute Gespräche zu führen.» Corinne Pflug schätzt es, dass alle im Team füreinander da sind, wenn mal nicht alles rund läuft. «Die Interswiss ist einfach eine grosse Familie, deren Mitglieder jeweils für ein paar Minuten in den Trainings und Rennläufen echte, aber faire Konkurrenten sind.»

Für dieses Jahr hat sich die junge Frau zum Ziel gesetzt, schneller zu sein als im letzten Jahr. «Ich möchte heil durch die Saison kommen und meine Routine und meine Erfahrungen ausbauen.» Dazu möchte sie aber auch «weitere geniale Momente» mit anderen Rennpiloten erleben und auch mit ihren beiden Teamkollegen viel Spass haben.

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