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HEFENHOFEN: Latein lernen in der Baumschule

Philipp Keller arbeitet seit Sommer bei der Baumschule Wüthrich. Er ist im ersten Lehrjahr als Gärtner mit Fachrichtung Baumschule. Das Schneiden der Buchskugeln gehört zu seinen Lieblingsaufgaben.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Philipp Keller schneidet einen Buchs zu einer Kugel. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Philipp Keller schneidet einen Buchs zu einer Kugel. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

HEFENHOFEN. «Buchskugeln müssen regelmässig geschnitten werden, damit sie ihre Form behalten», erklärt Philipp Keller, während er mit der grossen Gartenschere die kleinen Ästchen wegschnipselt. Nach dem Schneiden jeder Buchskugel müsse die Schere gründlich «abgeflammt» werden. Dabei wird diese desinfiziert, um allfälligen Pilzerkrankungen vorzubeugen. Anfangs sei der Formschnitt gar nicht so einfach gewesen, denn Präzision und Konzentration seien gefragt. Doch inzwischen gehöre das Schneiden der Buchskugeln zu seinen Lieblingsaufgaben. Philipp Keller hat im Sommer seine dreijährige Ausbildung als Gärtner – Fachrichtung Baumschule – bei der Baumschule Wüthrich Pflanzen AG in Hatswil bei Hefenhofen begonnen.

Der Berufswunsch zeichnete sich schon früh ab: Schon immer sei er gerne draussen in der Natur gewesen. Gegen Ende der Primarschulzeit begannen den 16-Jährigen aus Berg SG Bäume zu faszinieren. Die Bäume verändern ihr Aussehen während der vier Jahreszeiten, und jeder Baum sieht anders aus. Auch seien sie Kohlenstoffspeicher – sie entziehen der Atmosphäre wegen ihres Holzwachstums das Treibhausgas CO2, erklärt der Lernende. Erste gärtnerische Kenntnisse habe er sich aus eigenem Antrieb angeeignet. «So durfte ich beispielsweise im Frühling zu Hause die Gemüsebeete fräsen, bevor diese bepflanzt wurden», erinnert sich Philipp Keller. «Natur und Technik» sei sein Lieblingsfach in der Schule gewesen. «In Biologie, Physik und Chemie war ich stark», gibt der Auszubildende unumwunden zu. Er packe gerne an und liebe auch die Abwechslung im zu erlernenden Beruf.

160 lateinische Ausdrücke auswendiglernen

In der dreijährigen Ausbildung lernen angehende Gärtner und Gärtnerinnen der Fachrichtung Baumschule die Anzucht, Pflege und Verwendung von Gehölzen kennen. Wichtigste Voraussetzung ist die Freude an Pflanzen und am Arbeiten im Freien. Denn Baumschulisten arbeiten meistens draussen und erleben dadurch die Jahreszeiten und den Wetterwechsel intensiv. «Bis Ende des ersten Lehrjahres müssen wir 160 lateinische Ausdrücke kennen, die botanischen Namen der Pflanzen», weiss Philipp Keller. «Die lateinischen Begriffe sind international, und überall auf der Welt weiss man, was damit gemeint ist.»

Vor ein paar Wochen durfte Philipp Keller bei der Veredelung von Obstbäumen mithelfen. Diese Arbeit hat ihn ganz besonders beeindruckt. Bei der Veredelung wird eine ruhende Knospe auf einer Unterlage einer Wildpflanze okuliert. Dadurch entsteht eine neue Pflanze mit der gewünschten edleren Eigenschaft.

Frühling und Herbst seien Hauptsaison. Gerade im Herbst, wenn die Bäume die Blätter verlieren, sei es der ideale Zeitpunkt, diese auszugraben und umzupflanzen.

Seit der angehende Gärtner in der Ausbildung ist, habe er weniger Freizeit. Doch die verbleibende Zeit nutzt er noch immer gerne zum Lesen – meistens seien es Naturbücher. Neuerdings befasse er sich auch mit Surviving. Beim Überleben mit den einfachsten Hilfsmitteln in der Natur lerne er, diese zu nutzen und ein Teil von ihr zu werden. Dabei lerne er das Naturreich noch besser kennen, betont Philipp Keller.

Der Lernende weiss heute schon, dass er sich nach seiner Ausbildung weiterentwickeln möchte. «Gerne möchte ich mich zum Obergärtner weiterbilden oder allenfalls die Berufsmaturitätsschule besuchen.» Der erfolgreiche Abschluss der Berufsmaturitätsschule würde ihm ein Studium an einer Fachhochschule ermöglichen. Auch wenn die berufliche Zukunft noch in den Sternen steht, eines ist sicher: Es sei der richtige Weg, den er eingeschlagen habe. «Gärtner ist mein Traumberuf!»

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