Hefenhofen: Knappes Drittel will sofortige Fusionsverhandlungen

HEFENHOFEN. Die ersten Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung sind bekannt: Nur noch 79 von 184 Hefenhofern sprechen sich für die Wahrung der Selbständigkeit aus. An Bürgerforen will Hefenhofen nun die Zukunft diskutieren.

Roger Häni
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«Müssen mehr miteinander reden»: Der abtretende Vize-Gemeindeammann Christian Mettler beim Apéro nach der Versammlung. (Bild: Roger Häni)

«Müssen mehr miteinander reden»: Der abtretende Vize-Gemeindeammann Christian Mettler beim Apéro nach der Versammlung. (Bild: Roger Häni)

Hefenhofen. An der Gemeindeversammlung im Januar hatte das Stimmvolk den Kredit für das Gemeindehaus-Projekt mit Saal und Feuerwehrdepot recht deutlich abgelehnt. Nach wie vor benötige aber sowohl die Verwaltung als auch die Feuerwehr eine Lösung, sagte Gemeindeammann Priska Schwarz am Donnerstagabend. 87 Stimmberechtigte erschienen zur neuerlichen Versammlung, an der das Haupttraktandum, die Rechnung 2010 (siehe Kasten), an den Rand rückte.

Mit Spannung erwartete man vor allem die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung. Zu dieser hatte sich der Gemeinderat entschlossen, weil er mehr über die Gründe der Ablehnung des vorgelegten Gemeindehaus-Projektes erfahren wollte. Von 839 verschickten Fragebögen kamen 184 ausgefüllt retour. «Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen», hielt Priska Schwarz fest. Sie nannte aber erste Zahlen.

Hälfte für neues Gemeindehaus

Diese deuten vor allem darauf hin, dass in Hefenhofen in wichtigen Fragen Uneinigkeit herrscht. So hält sich die Anzahl der grundsätzlichen Befürworter und Gegner eines neuen Gemeindehauses wie auch eines neuen Feuerwehrdepots fast die Waage. 65 von 184 sind strikte gegen die Neubauten.

Für die Wahrung der Selbständigkeit der Gemeinde Hefenhofen sprachen sich 79 Personen aus. 61 wünschen die Prüfung verschiedener Zukunftsmöglichkeiten und immerhin 54 wünschen sofortige Fusionsverhandlungen mit Amriswil. Mehrfachnennungen waren möglich.

Eine Befragung vor knapp zehn Jahren hatte noch ein deutlicheres Ergebnis zugunsten der Wahrung der Selbständigkeit ergeben. Autonom bleiben oder nicht, sei die zentrale Frage für die Gemeinde, sagte Schwarz am Donnerstagabend. «Bevor diese Frage geklärt ist, werden sämtliche grösseren Projekte in Hefenhofen Mühe haben, eine Mehrheit zu finden.»

(Noch) ohne Amriswil

Deshalb sind in nächster Zeit in Hefenhofen mehrere Veranstaltungen geplant, an denen sich die Bevölkerung austauschen kann. Eine Votantin bat darum, angesichts der Uneinigkeit im Dorf auch nach den Gesprächsrunden nicht nur einen Strang zu verfolgen, sondern sich mehrere Optionen offen zu halten.

In der Tat sei nicht nur eine Fusion mit der Stadt Amriswil eine denkbare Möglichkeit, sondern auch mit den kleinen Gemeinden Dozwil oder Sommeri. Deshalb sei zum ersten «Bürgerforum» am 14. Juni noch keine Amriswiler Vertretung eingeladen, antwortete Priska Schwarz auf die entsprechende Frage eines Bürgers.

Christian Mettlers Wunsch

Die Frau Gemeindeammann hatte an der Versammlung noch etliche weitere Fragen von Bürgern zu beantworten. Viele Fragen stellte in den vergangenen zwölfeinhalb Jahren aber auch Vize-Gemeindeammann Christian Mettler, wie Schwarz bei dessen Verabschiedung erwähnte. Seine Neugier habe manchmal zu langen Sitzungen geführt, verriet sie. Und weiter: «Er war immer mit dem ganzen Herzen dabei. Und bei ihm galt: Versprochen ist versprochen.» Mit ihm als Stellvertreter habe sie immer beruhigt in die Ferien fahren können.

Der Garagist «mit dem Benzin im Blut» sei für das Ressort Verkehr prädestiniert gewesen. «Wir werden sein Wissen vermissen», sagte Schwarz. Es sei stets sein Bestreben gewesen, die Gemeindestrassen zu verbessern, betonte Mettler. Er hoffe, dass ihm das gelungen sei. Allerdings hinterlasse der zunehmende Durchgangsverkehr laufend seine Spuren.

Für die Zukunft von Hefenhofen wünscht sich Mettler – nicht nur in Anbetracht des Neins zum Gemeindehaus – weniger Missverständnisse. Passe einem etwas nicht, möge man den Mund rechtzeitig aufmachen. Die Stimmbürger und der Gemeinderat müssten noch mehr miteinander diskutieren. Die angekündigten Bürgerforen bieten Gelegenheit dazu.

Bald eine einzige Gemeinde? Die Fusion mit Amriswil ist eine Option. (Bilder: Joeann Häni)

Bald eine einzige Gemeinde? Die Fusion mit Amriswil ist eine Option. (Bilder: Joeann Häni)

Legende (Bild: jh)

Legende (Bild: jh)