HEFENHOFEN: Den Hof nicht aus den Augen lassen

Am Samstagmittag fanden sich erste Personen vor dem Hof von Tierquäler Ulrich K. ein. Ihr Ziel: Verhindern, dass er noch mehr Spuren verwischen und Tiere abtransportieren kann.

Manuel Nagel
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Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung

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Um zwölf Uhr mittags war sie schon hier. Priska aus Amriswil will ihren Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen. «Wer weiss, zu was der fähig ist», sagt sie – und meint damit Tierquäler Ulrich K., vor dessen Hof sie bereits seit zehn Stunden ausharrt.

Priska hat sofort reagiert, als im Internet der Verdacht aufkam, Ulrich K. könnte noch Tiere wegschaffen. Mit der Zeit gesellten sich immer mehr Leute zu ihr. «Der hat die schlimmen Fälle sicher schon lange weggeschafft», mutmasst einer. Jemand anderer will wissen, dass Ulrich K. immer wieder Tiere auf eine Alp im Bündnerland verschiebt «oder zu seiner Freundin in Mels». Auch in Polen soll K. Tiere haben.

So verpasste Priska die Demonstration in Frauenfeld, wo am Samstagnachmittag rund 300 Leute zusammengekommen sind, um vom Kanton ein rasches Eingreifen zu fordern. Verpasst hat die Demo auch Kurt Messmer aus Wittenbach. Er entschloss sich kurzerhand, nach Hefen­hofen zum Hof zu kommen, wo um 22 Uhr mehr als zwei Dutzend Personen friedlich beisammen sind. Kurt Messmer ist Mitglied bei diversen Tierschutzorganisationen.

Nebst ihm und Priska sind Tierfreunde jeden Alters vor Ort. Sogar aus Uster und Schaffhausen sind sie angereist, um hier ein Zeichen zu setzen. Und anhand der Vorräte richten sie sich auf eine lange Nacht ein.

Ein junger Mann bestellt Pizza, die auch prompt geliefert wird. Dennoch gibt es kurzzeitig Aufregung, denn der Pizzakurier fährt mit seinem Auto direkt auf das Grundstück von Ulrich K. Er wird jedoch schnell auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht. Selbst um Mitternacht ist auf dem Gelände des Hofes und im Stall noch allerhand los, wie Kurt Messmer schreibt. Auch für Ulrich K. und seine Arbeiter scheint es eine lange Nacht zu werden.