Hausbrand in Schönenberg: Der Untermieter legt das Feuer

Der Brand am Montagabend verursachte an einem Einfamilienhaus an der Weitenaustrasse hohen Sachschaden. Die Feuerwehr vermutete den vermissten Untermieter noch im Wohnhaus. Doch dann entpuppte sich der Gesuchte als Brandstifter.

Urs Bänziger
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SCHÖNENBERG. Der Kommandant der Feuerwehr Sulgen-Kradolf-Schönenberg, Paul Gubler, war im Auto in Sulgen unterwegs, als der Alarm ausgelöst wurde. «Das war um 21.48 Uhr», berichtet Gubler. Sofort sei er zur Brandstelle an der Weitenaustrasse in Schönenberg gefahren. «Als ich dort ankam, stand der angebaute Holzschuppen in Vollbrand. Auch im Riegelhäuschen entdeckte ich Flammen; das Feuer hatte bereits auf das Gebäude übergegriffen.» Den Brand entdeckt und die Feuerwehr alarmiert hatte die Mieterin des Einfamilienhauses.

Doch wo war ihr Untermieter? Die Mieterin vermutete ihn noch in seinem Zimmer.

Bischofszell aufgeboten

«Wir gingen davon aus, dass der Untermieter sich noch im brennenden Haus befand», sagt Gubler. Seine Feuerwehrkameraden seien schnell zur Stelle gewesen. «Mit Atemschutzgeräten haben wir einen gezielten Innenangriff vorgenommen.» Meter und Meter rückten die Feuerwehrleute im Rauch vor, ohne den Vermissten zu entdecken. «Ich entschied mich, die Stützpunktfeuerwehr Bischofszell aufzubieten.

Diese verfügt über eine Wärmebild-Kamera.» Doch auch mit der besseren Sicht dieser Kamera wurde die Feuerwehr nicht fündig. «Wir hatten rund eineinhalb Stunden gesucht, dann tauchte der Vermisste auf dem Brandplatz auf», berichtet der Kommandant.

Den Untermieter muss das schlechte Gewissen geplagt haben. Wie die Kantonspolizei Thurgau mitteilt, hat er nach seiner Rückkehr auf dem Brandplatz gestanden, im angebauten Holzschuppen das Feuer gelegt zu haben. Die Polizei hat ihn auf der Stelle verhaftet.

Weshalb der 45jährige Schweizer zum Brandstifter wurde, ist noch unklar. Das Bezirksamt Bischofszell führt die Untersuchung. Zur Klärung der genauen Umstände wurden der Brandermittlungsdienst und der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei eingeschaltet.

Hoher Sachschaden

Er sei froh gewesen, als der Untermieter gesund aufgetaucht sei, sagt Gubler. Mit seiner Tat hat dieser jedoch am Einfamilienhaus beträchtlichen Schaden verursacht.

Man habe die Flammen zwar rasch unter Kontrolle bringen können, aber im Gebäude habe es immer wieder zu motten begonnen, so der Kommandant.

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