HAUPTWIL: Nacktwandern am Seealpsee

Mit akrobatischen und witzigen Darbietungen amüsierten die Turnvereine aus Hauptwil-Gottshaus 350 Besucher der Turnunterhaltung. Das Programm «Stiig ii – quer dur d'Schwiiz» wurde am Freitag- und am Samstagabend gezeigt.

Sara Carracedo
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Paartanz im Army-Look: die Turnerinnen und Turner zogen bei ihrem Streifzug durchs Land alle Register. (Bild: Sara Carracedo)

Paartanz im Army-Look: die Turnerinnen und Turner zogen bei ihrem Streifzug durchs Land alle Register. (Bild: Sara Carracedo)

Die Turnhalle in Hauptwil gleicht fast schon dem Hauptbahnhof Zürich. Menschenmengen versammeln sich vor dem Eingang, als ob sie gleich den Zug verpassen würden. Die Wände sind voll mit SBB-Plakaten, der Billettkontrolleur am Eingang verteilt jedem Fahrgast eine Mehrfahrtenkarte. Für jeglichen Gesprächsstoff ist mit dem Programm «Stiig ii – quer dur d'Schwiiz» vorgesorgt: «Billiger als jedes Auto», behauptet Reto Fürer aus Baden und meint damit die Zugfahrten mit der SBB. Kein Wunder also, dass er eine eineinhalbstündige Zugfahrt auf sich genommen hat.

Von Hauptwil zur Street Parade

Raphael und Daniel, die beiden Moderatoren, führen die Zuschauer durch das Programm und bringen mit ihrer frischen Art den Saal zum Lachen. Die zwei lernen sich am Bahnhof in Hauptwil kennen und begeben sich gemeinsam auf eine Reise quer durch die Schweiz. Bei ihrem ersten Halt begegnen sie der Gruppe «MuKi». In der Darbietung «Vereina, mir chömed» machen sich Mütter und ihre Kinder mit Bobbi Cars auf den Weg nach Vereina.

Die Reise führt die Moderatoren weiter über die Alp, wo sie nicht nur der Mädchenriege über den Weg laufen, sondern auch der Jugi Mittelstufe mit der Aufführung «Chüe uf de Gleis». An der Street Parade in Zürich warten bereits die Turner mit ausgefallenen Neonkostümen und Perücken auf sie. Beim «Zoobesuch» des Männerturnvereins in Basel begegnen sie einigen verrückten Vogelstraussen. Von Basel nehmen Daniel und Raphael wieder den Zug nach Appenzell. Die jodelnden Appenzeller begrüssen die Jungs mit «Sönd Willkomm». Hinter der Reise nach Appenzell steckt aber noch viel mehr: Daniel sitzt nackt im Zug, denn er will mit dem STV «Nacktwandern am Seealpsee». Nicht nur die souveränen Darbietungen der Turnenden werden vom Publikum beklatscht. Auch das Moderatoren-Duo erntet Beifall. «Diese Rolle liegt den beiden Jungs im Blut, das sind geborene Komiker», schwärmt Hanny Feyschlag aus Hauptwil.

Spontaneität zieht

Das meint auch die ehemalige Turnerin Margrit Schönenberger: «Die zwei können einfach auf der Bühne stehen und aus jeder spontanen Situation das Publikum zum Lachen bringen», sagt sie. «Erst während der Hauptprobe der Turnenden überlegen wir uns, was wir in den kurzen Pausen für Sketches einbauen können. Wir sind da sehr spontan, was in den letzten vier Jahren immer sehr gut angekommen ist», freut sich Traber.