HAUPTWIL-GOTTSHAUS: Vorwärts unter neuen Vorzeichen

Die Gemeinde erhält Unterflurcontainer, eine sichere Stromversorgung und einen tieferen Steuerfuss. Die Stimmbürger genehmigten die entsprechenden Anträge des Gemeinderates.

Georg.stelzner
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Vom beschlossenen Ausbau des Stromnetzes und der Verkabelung der Freileitungen profitiert auch St. Pelagiberg. (Bilder: Georg Stelzner)

Vom beschlossenen Ausbau des Stromnetzes und der Verkabelung der Freileitungen profitiert auch St. Pelagiberg. (Bilder: Georg Stelzner)

Die Turnhalle Hoferberg war am Dienstagabend Schauplatz wichtiger Weichenstellungen. Von den 1372 Stimmberechtigten fanden sich 82 ein, um an der Gemeindeversammlung der Po- litischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus über zwei Kreditbegehren und das Budget 2018 zu befinden. Die Abstimmungen ergaben immer ein klares Resultat. Vorausgegangen war jeweils eine ausführliche Diskussion.

Erwartungsgemäss provozierte die geplante Änderung bei der Müllentsorgung die meisten Wortmeldungen. Der Gemeinderat stellte einen Kreditantrag in Höhe von 140'000 Franken, um zwölf Unterflurcontainer erstellen zu können. Als Vertreter der KVA Thurgau versuchte Marcel Birrer, die Anwesenden von den Vorteilen des neuen Systems zu überzeugen. Die Diskussion zeigte, dass insbesondere die Standortfrage ein heisses Eisen ist. Und dies nicht nur wegen der Distanzen, die zurückgelegt werden müssen. Gemeindepräsident Matthias Gehring selbst machte auf einen Knackpunkt aufmerksam: «Unterflurcontainer dürfen nicht ausserhalb des Baugebiets errichtet werden.» Das werde in Hauptwil-Gottshaus nicht einfach sein. Marcel Birrer gab zu bedenken, dass es den «optimalen Standort» ohnehin nie geben werde. Die Entscheidung sei immer das Resultat eines Abwägens zwischen Wunsch und Realität.Der Gemeindepräsident räumte ein, dass ein Umdenken nötig sei. Er versprach aber auch eine Planung, «die für alle Einwohner zumutbar sein wird». Gehring bezeichnete den Zeitpunkt der Einführung als günstig, da sich die KVA Thurgau jetzt noch an den Kosten beteilige. Die Versammlung genehmigte den Kredit daraufhin ohne Gegenstimmen.

Freileitungen gehören bald der Vergangenheit an

Trotz wesentlich höherer Kosten meldeten sich zum Kreditbegehren für den Netzausbau in den Gebieten Wilen-Gottshaus und St. Pelagiberg weniger Bürger zu Wort. Gehring räumte ein, dass es sich um eine «relativ abstrakte Sache» handle. Er betonte, dass die geplante Zweiteinspeisung und die Verkabelung noch bestehender Freileitungen die Versorgungssicherheit entscheidend erhöhen würden. Die finanzielle Mehrbelastung pro Haushalt bezifferte Gehring mit Fr. 2.50. Ob sich der Strompreis erhöhen wird, könne er noch nicht sagen. Laut Planer Thorsten Specker, der das künftige Versorgungskonzept vorstellte, soll das Projekt ab dem Jahr 2018 in zwei Etappen realisiert werden. Den nötigen Kredit von 1'053'703 Franken genehmigte die Versammlung ebenfalls ohne Gegenstimmen.

Diskutiert wurde auch über das Budget 2018, das – basierend auf einem um 5 Prozentpunkte reduzierten Steuerfuss – einen Verlust von 359'900 Franken vorsieht. Gehring versicherte, dass sich der Gemeinderat die Senkung gut überlegt habe und man überzeugt sei, geplante künftige Investitionen auch mit einem Steuerfuss von 55 Prozent decken zu können. Ein Bürger kritisierte die seit Jahren feststellbare grosse Diskrepanz zwischen dem Voranschlag und der Rechnung. Der Gemeindepräsident entgegnete, dass es ihm allemal lieber sei, wenn die Rechnung besser ausfällt als budgetiert. Angesichts des zu erwartenden guten Abschlusses 2017 fühle sich der Gemeinderat verpflichtet, die Bevölkerung steuerlich zu entlasten. Die Versammlung schloss sich dieser Meinung einstimmig an und hiess das Budget 2018 gut.

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

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