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HAUPTWIL-GOTTSHAUS: Steine des Anstosses

Seit vier Jahren richtet die Gemeinde einen Sammelplatz für Baumschnitt ein. Nun sabotiert eine unbekannte Täterschaft das Angebot. Es droht das Aus.
Georg Stelzner
Gemeindepräsident Matthias Gehring zeigt einen Stein, der zwischen den angelieferten Ästen gefunden wurde. (Bild: Georg Stelzner)

Gemeindepräsident Matthias Gehring zeigt einen Stein, der zwischen den angelieferten Ästen gefunden wurde. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Gemeindepräsident Matthias Gehring sieht sich die Bescherung an und ist fassungslos. Unter den unzähligen Ästen, die auf einer Wiese zwischen Freihirten und Wilen-Gottshaus darauf warten, geschreddert zu werden, sind grosse, bis zu zehn Kilogramm schwere Steine gefunden worden – schön verteilt im ganzen riesigen Holzhaufen.

«Das kann kein Zufall sein», ist Gehring überzeugt. Die Verärgerung des Gemeindepräsidenten ist verständlich: «Gelangten diese grossen Brocken mit den Ästen zusammen in den Häcksler, würde die Maschine schwer beschädigt und es entstünde ein Sachschaden im Ausmass von mehreren Tausend Franken.» Zu diesem Szenario ist es glücklicherweise nicht gekommen.

Mit der Einrichtung eines öffentlichen Sammelplatzes für Baumschnitt ist nach den Worten Gehrings eine Win-win-Situation geschaffen worden: Zum einen mussten sich Bauern und Gartenbesitzer nicht mehr selber um die Entsorgung respektive Verarbeitung der Äste kümmern, sondern konnten den Baumschnitt kostenlos abliefern; zum andern durfte der mit dem Schreddern des Materials beauftragte Landwirt die Holzschnitzel behalten und in eigener Regie vermarkten. Das Angebot sei bisher rege benutzt worden, betont Gehring, der die Menge des angelieferten Materials mit 100 bis 120 Kubikmetern beziffert.

Die Beweggründe für die Tat liegen im Dunkeln

Über die Motive der unbekannten Täterschaft kann auch Gehring nur spekulieren. Ein dummer Lausbubenstreich könnte es ebenso gewesen sein wie ein von Emotionen geleiteter Racheakt. «Möglicherweise hat ein Einwohner ein Problem mit der Gemeinde und will sich nun mit dieser mutwilligen Aktion revanchieren, oder es missgönnt jemand dem Landwirt das Verkaufen der Holzschnitzel.» Bedauerlich sei in jedem Fall, dass damit der Allgemeinheit geschadet wird.

Durch den Sabotageakt werde die Weiterführung des Angebots ernsthaft in Frage gestellt, gibt der Gemeindepräsident zu bedenken. Der finanzielle und zeitliche Aufwand würde sich unter den erschwerten Bedingungen erheblich erhöhen. Der Gemeinderat werde sich deshalb genau überlegen müssen, wie und ob es mit dem Sammelplatz im nächsten Jahr weitergehen soll. «Eine Möglichkeit wäre die In- stallierung einer Videokamera, um das Areal überwachen zu können», sagt Gehring. An die Einleitung juristischer Schritte denke man aufgrund der geringen Erfolgsaussichten nicht.

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