HAUPTWIL-GOTTSHAUS: Kehricht wirbelt Staub auf

Die Gemeindeversammlung genehmigte die Jahresrechnung. Zu reden gab jedoch die Gewinnverwendung.

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Statt des budgetierten Verlusts von rund 300000 Franken weist die Rechnung 2016 der Poli- tischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus einen Gewinn von fast 320000 Franken aus. Hat der Gemeinderat also bewusst zu pessimistisch budgetiert, um einen positiven Abschluss vorlegen zu können? Mitnichten, wie Gemeindepräsident Matthias Gehring an der von 83 Stimmbe- rechtigten (6,1 Prozent) besuchten Gemeindeversammlung am Dienstagabend betonte: «Es gibt diverse Posten, die wir gar nicht exakt budgetieren können, weil es uns schlicht an Möglichkeiten fehlt, Einfluss zu nehmen.»

Grundsätzlich habe man überall besser abgeschlossen als erwartet, stellte Gehring zusammenfassend fest. Zum Gewinn beigetragen hätten verschiedene Faktoren, unter anderem der Steuerertrag, der die Erwartungen übertroffen habe. Bemerkbar gemacht habe sich auch, dass geplante Renovationsarbeiten am Gemeindehaus noch nicht aus- geführt wurden. «Die Frage der Sanierung wird im Gemeinderat dieses Jahr ein grosses Thema sein», kündigte Gehring an.

Die vorgeschlagene Gewinnverwendung führte zu einer Diskussion über die Kehrichtabfuhr. In Zukunft soll diese in Hauptwil-Gottshaus hauptsächlich mit Hilfe von Unterflurcontainern er- folgen. Es ist ein Bestreben der KVA Thurgau, dieses Modell möglichst flächendeckend ein- zuführen. Das System habe Vor- und Nachteile, sagte Gehring und räumte ein, dass die Einführung aufgrund der speziellen Struktur der Gemeinde nicht einfach sein werde. Es sei geplant, insgesamt zehn unterirdische Sammelstellen zu errichten. An den Gesamtkosten von 250000 Franken werde sich die KVA beteiligen.

Geld für Parkplatz und Unterflurcontainer

Der Gemeinderat beantragte, vom Gewinn in der Jahresrechnung 100000 Franken für Unterflurcontainer beiseitezulegen. Ein Stimmbürger kritisierte dies als Querfinanzierung durch Steuergelder und im Widerspruch zum Verursacherprinzip stehend. Der Gemeindepräsident erklärte, dass eine solche Rückstellung, die jederzeit wieder aufgelöst werden könne, durchaus zulässig sei. Er stellte für die Gemeindeversammlung im Dezember ein Konzept in Aussicht. Die Umsetzung solle 2018 erfolgen.

Die Versammlung genehmigte die Rechnung daraufhin ohne Gegenstimmen und erklärte sich auch mit der Gewinnverwendung einverstanden. Weitere 100000 Franken dienen somit als Rückstellung für den geplanten Parkplatz in Hauptwil, und der Rest- betrag von 119570 Franken kann dem Eigenkapital zugewiesen werden. Gehring begründete die Erhöhung des Eigenkapitals mit der bevorstehenden Einführung eines neuen Rechnungslegungsmodells. Die Auswirkungen dieser Massnahme seien noch ungewiss und der Gemeinderat wolle hier auf Nummer sicher gehen.

Zum Abschluss bedauerte der Gemeindepräsident, über die Zukunft des Schlosses Hauptwil keine Auskunft geben zu können. «Der Heimbetrieb ist inzwischen ganz eingestellt worden», erklärte Gehring. Eine Kontaktaufnahme mit den bisherigen Betreibern sei noch nicht möglich gewesen.

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch