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HAUPTWIL: «Der Markt ist noch nicht bereit für <Marvel Boy>»

Gestern abend war es so weit: Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus, konnte in der Sendung «Die Höhle der Löwen» des deutschen TV-Senders Vox seine Erfindung, den «Marvel Boy», vorstellen. Der erhoffte Erfolg ist jedoch ausgeblieben.
Viola Stäheli
Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus und Erfinder des Roboters Marvel Boy. (Bild: Donato Caspari)

Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus und Erfinder des Roboters Marvel Boy. (Bild: Donato Caspari)

HAUPTWIL. Gestern abend war es so weit: Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus, konnte in der Sendung «Die Höhle der Löwen» des deutschen TV-Senders Vox seine Erfindung, den «Marvel Boy», vorstellen. Der erhoffte Erfolg ist jedoch ausgeblieben.

Herr Gehring, was genau ist Ihre Erfindung?

Ich habe einen Roboter namens «Marvel Boy» entworfen, der ohne menschliche Hilfe Softeis zapft. Auf einem Touchscreen kann der Geschmack des Eises, der Streusel und allenfalls ein Topping ausgewählt werden. Insgesamt gibt es drei Saucen und ein Granulat wie etwa Smarties. Das Eis wird dann nach Wunsch in einem Hörnchen oder Becher serviert. Es dauert nur 20 Sekunden, dann ist das gewünschte Softeis fertig. Für die Entscheidung, ob jetzt Vanilleeis mit Erdbeersauce oder doch lieber Schokolade mit Smarties, brauchen die Leute sehr viel länger als der Roboter.

Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Ich war zufällig an einer Food-Messe in Peking, als ich einen Roboter entdeckte, der selbständig Hot Dogs herstellte. Das brachte mich auf die Idee, einen solchen Roboter für Softeis zu entwerfen. Also habe ich begonnen zu experimentieren, und daraus ist «Marvel Boy» entstanden. Die grösste Schwierigkeit war es, die verschiedenen Komponenten des Roboters zusammenzusetzen. So kommt beispielsweise der Arm aus Japan, das Gehäuse aus China und der Softeis-Automat aus den USA. Das alles zu vereinen, hat einige Nerven gekostet.

Warum gerade Softeis?

Ich habe Softeis selbst sehr gerne. Um ehrlich zu sein, ist Softeis fast die einzige Glace, die ich mag.

Warum haben Sie sich entschieden, an der Vox-Sendung «Die Höhle der Löwen» teilzunehmen?

Zum einen wollte ich ausprobieren, wie es ist, sich vor einer Jury behaupten zu müssen. Ausserdem glaube ich, dass es keine bessere und preisgünstigere Plattform gibt, um meine Erfindung bekanntzumachen. Und zu einem Zustupf hätte ich auch nicht nein gesagt.

Konnten Sie die Investoren denn überzeugen?

Nein, ich habe keinen Zuschuss erhalten. Der Markt sei noch nicht bereit für «Marvel Boy», noch müsse ein Mensch den Softeis-Automaten bedienen.

Sind Sie jetzt enttäuscht?

Nein, eigentlich bin ich ganz zufrieden. Nur schon in diese Fernsehsendung zu kommen, war ein Erfolg, da dies nur wenige Leute schaffen. Ausserdem war es für mich eine spannende Erfahrung. Für mich ist und bleibt diese Erfindung ein Hobby.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Die Vorbereitung war schwierig. Ich habe einige der Sendungen angesehen und mir Gedanken gemacht. Von der technischen Seite her hatte ich keine Bedenken, da ich einen grossen Teil selbst hergestellt habe. Allerdings hatte ich keine konkreten Ideen bezüglich Marketing – und natürlich wurde ich vor allem mit solchen Fragen gelöchert (lacht). Beim nächsten Mal würde ich mich in diesem Punkt sicherlich besser im Vorfeld informieren.

Gab es Feedbacks der Jury, mit denen Sie nicht einverstanden waren?

Ja, vor allem in einem Punkt fühlte ich mich missverstanden. Die Investoren sprachen immer davon, den Roboter zu vermieten. Ich möchte aber meine Erfindung lieber produzieren und verkaufen. Das konnte ich der Jury nicht richtig klarmachen.

Wie geht es nun mit «Marvel Boy» weiter?

Ich werde nächsten Winter noch am Roboter herumtüfteln. Es gibt einiges, dass ich noch verbessern möchte. Ausserdem kann man «Marvel Boy» nach wie vor mieten. Im letzten Sommer war der Roboter beispielsweise an verschiedenen Anlässen im Einsatz.

Haben Sie schon neue Ideen für eine künftige Erfindung?

Ideen habe ich auf jeden Fall eine Menge. Ich wurde aber kürzlich angefragt, ob ich einen ähnlichen Roboter wie «Marvel Boy» für Cocktails entwerfen könne. Die Idee dahinter wäre, dass der Roboter selbständig Cocktails zubereitet. Vielleicht wird das ja meine nächste Erfindung.

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