«Hatte eine Romanze in Lissabon»

ROMANSHORN. Zur Eröffnung des Kinos Roxy lud der Verein «Feines Kino» über hundert geladene Besucher zu einer Reise im «Nachtzug nach Lissabon» ein. Anschliessend an den Film schwelgten die Gäste in Erinnerungen an ihre eigenen Erlebnisse im Nachtzug oder in der portugiesischen Hauptstadt.

Manuel Nagel
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Romanshorns Gemeinderäte Max Sommer, Urs Oberholzer, Patrick Fink, Markus Fischer, Gemeindeammann David Bon und Danilo Clematide. (Bild: Manuel Nagel)

Romanshorns Gemeinderäte Max Sommer, Urs Oberholzer, Patrick Fink, Markus Fischer, Gemeindeammann David Bon und Danilo Clematide. (Bild: Manuel Nagel)

Der «Nachtzug nach Lissabon» liess die weit über hundert geladenen Gäste und Sponsoren des neueröffneten Kinos Roxy auch beim anschliessend offerierten Risotto nicht los. Die Geschichte eines Berner Lehrers auf den Spuren von Revolutionären zu Zeiten der Salazar-Diktatur, die erst 1974 ihr Ende fand, wühlte die Kinogänger auf.

Andrea Röst, Präsidentin des Vereins «Feines Kino», welcher das Kino Roxy betreibt, reiste bei ihrer ersten Familienreise in die Hauptstadt Portugals – allerdings nicht im Nachtzug. Dennoch übt diese Art zu reisen bei ihr eine Faszination aus: Über Nacht irgendwohin gebracht zu werden und am anderen Morgen «gerädert» aufzuwachen, weil man in der Nacht wenig Schlaf gefunden hat.

In Revolutionärin verliebt

Ebenfalls nicht im Nachtzug reiste der Amriswiler Hermann Hess 1980 nach Lissabon, als er einen Produktionsstandort für seine Firma suchte. Vom Ministerium wurde ihm eine Frau zugeteilt, welche ihn bei der Suche unterstützen sollte. Diese entstammte einer bekannten Lissabonner Familie, war selber Revolutionärin und habe viel zu erzählen gewusst. Zudem habe er, so verriet Hess, mit dieser Maria-Lourdes eine schöne Romanze erlebt und habe sie danach nochmals in Lissabon besucht.

Die portugiesische Hauptstadt ist auch eine der Lieblingsdestinationen des Ehepaars Regula und Alex Bänninger aus Stettfurt. Die beiden verbrachten 1970 ihre ersten Ferien nach der Heirat in Portugal und erlebten die Diktatur Salazars somit noch hautnah mit.

Filmemacher Friedrich Kappeler aus Frauenfeld reiste ebenfalls gerne und oft im Nachtzug, allerdings nie nach Lissabon. Er fuhr mehrere Male nach Brindisi, um von dort nach Griechenland überzusetzen. Damals sei das Fliegen halt noch teuer gewesen.

Den Anschluss verpasst

Kappelers Schulfreund aus Zeiten der Kantonsschule Frauenfeld, Ruedi Bollag, nimmt demnächst mit Gattin Elsbeth den Nachtzug nach Amsterdam. Die Neukirch-Egnacher sind passionierte Nachtzug-Passagiere und bedauern ausserordentlich, dass es keine direkte nächtliche Verbindung mehr nach Venedig gibt. Das letzte Mal mussten die beiden deshalb um fünf Uhr morgens in Bologna umsteigen – und verpassten prompt ihren Anschluss. Doch das hatte auch etwas Gutes, meinte Elsbeth Bollag. So konnten sie beobachten, wie frühmorgens der Markt eingerichtet wurde. Das sei ein schönes Erlebnis gewesen.

Romanshorns Gemeindeammann David H. Bon reiste im Nachtzug zwar nicht nach Portugal, dafür an die Atlantikküste von Frankreich. Er besuchte damals seine zukünftige Frau in der Bretagne. Der Film weckte deshalb schöne Erinnerungen beim Ehepaar Bon, welches gerne ins Kino geht und nicht unweit des neuen Romanshorner Kinos wohnt.

Unternehmer Hermann Hess und Andrea Röst, Präsidentin des «Feinen Kinos», nehmen Publizist Alex Bänninger und Gattin Regula in die Mitte. (Bild: Manuel Nagel)

Unternehmer Hermann Hess und Andrea Röst, Präsidentin des «Feinen Kinos», nehmen Publizist Alex Bänninger und Gattin Regula in die Mitte. (Bild: Manuel Nagel)

Filmemacher Fritz Kappeler (l.) trifft seinen alten Schulfreund aus der Kanti Frauenfeld, Ruedi Bollag, der mit Gattin Elsbeth erschienen ist. (Bild: Manuel Nagel)

Filmemacher Fritz Kappeler (l.) trifft seinen alten Schulfreund aus der Kanti Frauenfeld, Ruedi Bollag, der mit Gattin Elsbeth erschienen ist. (Bild: Manuel Nagel)

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